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Das heutige Zeitalter bietet unerschöpfliche Möglichkeiten die amateurastronomischen Beobachtungen fotografisch fest zu halten. Warum dann zeichnen?
In meinem Fall war es so, dass ich eigentlich die Astrofotografie in Angriff nehmen wollte, jedoch diese aus verschiedenen Gründen nicht verwirklichen konnte. Da kam ich auf die Idee am Teleskop zu zeichnen. Diese Tätigkeit macht mir so viel Freude, dass ich meine Erfahrungen gerne weiter geben möchte, in der Hoffnung, eventuell auch weitere Amateurastronomen zum Zeichnen zu motivieren.
Zunächst richtet man sich so bequem wie nur möglich ein: Das Fernrohr auf geeignete Position/Höhe einstellen. Ein Astrostuhl ist eine sehr nützliche Sache, alternativ kann auch eine kleine Haushaltsleiter als Sitzunterlage mit verschiedenen Höhen Verwendung finden. Auf jeden Fall sollte man sitzend zeichnen! Das Licht sollte, für Rechtshändler, von links das Blatt beleuchten. Hierzu benützt man am besten dimmbare Taschenlampen, oder man bringt entsprechende Folien zur Licht Reduzierung an der Taschenlampe an. Für Mond und Planeten eignen sich am besten graue Folien. Zur Not tut es auch ein stück Stoff. Die Taschenlampe wird dann am Stativ mittels Klebeband festgemacht.
Anhand der folgenden 4. Zeichnungen von Sinus Iridum, soll an dieser Stelle demonstriert werden, wie eine Zeichnung in meinen eigenen Stil entsteht. Dieses Beispiel erstellte ich bewusst an meinem 70/560mm f8 Refraktor bei 112x Vergrösserung. Als Montierung verwendete ich eine AYO Altazimutalmontierung. Somit wurde berücksichtigt, dass auch Besitzern mit einem einfachen Equipment dem Zeichnen nichts im Wege steht!
2. Ausmalen - schraffieren der Umgebung
3. Krater zum Leben erwecken, feine Details einarbeiten, z.B. Gebirgszüge
4. Die endgültige Zeichnung wurde dann am Schreibtisch erstellt
Ich bevorzuge als Träger weisses Druckerpapier in der Grösse A4. Zeichnen Sie nicht zu klein, damit für die Arbeit an den Details genug Platz zur Verfügung steht. Der Vorteil dieses Papiers liegt nicht zuletzt in der Transparenz. In jedem Stadium der Zeichnung ist es möglich diese, mittels Leuchtpult, Scanner oder am Fenster, auf ein neues Blatt zu reproduzieren, sollte etwas unrettbar verzeichnet/gummiert oder sonst was geschehen sein!
Bleistift, möglichst weich. Diese Stifte haben den Vorteil, dass man viele Grautöne erzeugen kann. Der Strich lässt sich gut beeinflussen, und die Weichheit lässt ein „gewünschtes“ Verschmieren problemlos zu!
Radiergummi: ebenfalls einen weichen Radiergummi benutzen. Dieser lässt sich mit einem Sackmesser in verschiedene Formen schneiden, beim Radieren greift dieser nie das Papier an!
Bleistiftspitzer nicht vergessen!
Eine geeignete Zeichnungsunterlage ist selbstverständlich.
Der Bleistift besteht nicht nur aus einem Spitz! Das bedeutet, dass dieser sehr vielfältig eingesetzt werden kann. Hinzu kommt noch, dass gewünschte Stellen mittels Verreiben des Strichs mit dem Finger bearbeitet werden können. Der Radiergummi ist auch anderweitig einsetzbar, mit ihm lassen sich nicht nur zum Fehler korrigieren.
Anwendungsbeispiele:
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Krater, Rillen, Gebirge u.s.w. bestehen aus sehr unterschiedlichen Formen. Denjenigen, denen es schwer fällt eine Form direkt abzuzeichnen, empfehle ich folgendes:
Es ist durchaus legitim sich auf eine Zeichnung am Teleskop vorzubereiten, indem man sich zuvor anhand Fotos, Karten oder dergleichen Hilfsmittel die Form des zu zeichnenden Objekts grob vorskizziert. Dasselbe gilt auch für die Formationen der Objekte und derer Lage.
Zeichnen Sie sich zunächst Hilfslinien ein, wie z.B. bei einem 6-eckigen, ovalen oder exotisch aussehenden Objekt/Krater, denn diese sind ja nicht alle „nur“ kreisförmig. Ausserdem, wird dadurch auch die Lage und Formation, in diesem Fall am Gassendi, schon einiger Massen richtig festgelegt!
Die Tonabstufungen des jeweiligen Objekts, können entweder direkt in der Skizze entsprechend angedeutet werden, oder man markiert sich diese mit Zahlen. Beispielsweise 0 – 5. Somit entstehen bereits 6. Grautöne.
In Ruhe können nun die Skizzen im Arbeitszimmer fertig bearbeitet werden. Zur Sicherheit sollte das Original kopiert werden, denn dieses bildet die Grundlage der fertigen Zeichnung! Wie weiter oben schon erwähnt, kann jeder Zeit etwas schief gehen. Normalerweise sollte eine Zeichnung spätestens am Folgetag nach der Beobachtung fertig gestellt werden, da die Beobachtung dann noch in sehr guter Erinnerung ist. Nach einiger Zeit vergisst man das Aussehen feinster Strukturen, bei einer späteren Nachbearbeitung ist demnach die Gefahr sehr groß, dass die Zeichnung unbeabsichtigt fehlerhaft wird.
Schattierung ist das Rezept um in jeder Zeichnung die gewünschte Tiefe zu erzeugen und sei es auch nur das Bild eines Apfels...
Üben, üben, üben, und das ist auch gleich das schöne am Zeichnen. Es kann draussen Hudeln, der Himmel ist schon seit Tagen/Wochen mit Wolken überzogen, trotzdem können wir uns der Zeichnungen widmen, sei es um alte Zeichnungen neu zu bearbeiten oder an Skizzen zu arbeiten, oder einfach sich in der Technik zu üben. Zeichnen Sie z.B. aus Büchern Krater, Deepsky-Objekte u.s.w. ab. Diese Trockenübungen sind sehr nützlich für die Praxis.
Ich wünsche Euch allen, derer Interesse geweckt wurde, spitze Bleistifte und viel Erfolg.
Josef Cukas, www.cujoka.ch
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