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Entscheidend für die Nutzbarkeit ist der Impulsfluss pro m2 also Impuls pro Sekunde und Quadratmeter (= Newton pro Quadratmetr, 1 Newton entspricht etwa der Gewichtskraft einer 100g Schokoladentafel), den der entsprechende Partikelstrom Photonen oder Protonen mitbringt. Die Elektronen des Sonnenwinds sind 1500 mal leichter und müssen hier nicht berücksichtigt werden. Für die Protonen des Sonnenwinds gilt folgendes: Nach den Physiklehrbuechern (z.B. Paul A. Tipler, "Physik", Seite 1005) ist der Strahlungsdruck (Druck = Kraft pro Quadratmeter) für das Licht die Intensitaet (in Watt pro Quadratmeter) geteilt durch die Lichtgeschwindigkeit in Metern pro Sekunde (m/s). In der Entfernung der Erde von der Sonne bestrahlt die Sonne jeden Quadratmeter mit einer Leistung von 1350 Watt. Somit ergibt sich bei einer Lichtgeschwindigkeit von ca. 3E8 m/s eine Kraft von = 4.5E-6 N/m2 = 4.5 Mikronewton pro Quadratmeter Sonnensegel. Fazit: Die Kraft des Lichts auf ein gegebenes Sonnensegel ist 1000x groesser als die Kraft, die der Sonnenwind verursacht, da die Teilchendichte des Sonnenwinds und die Solarkonstante quadratisch zur Entfernung zur Sonne abnehmen, gilt für jede Stelle im Sonnensystem dieser Unterschied. Für reflektierende Flächen, wie das wohl für ein Sonnensegler der Fall wäre, ist die Kraft des Lichts sogar noch doppelt so gross wie für absorbierende Flächen, in Erdentfernung von der Sonne sind das also 9 Newton pro Quadratkilometer (= eine Million Quadratmeter) Segelfläche. Siehe auch Solar Sail Homepage,die auch die oben stehende Ueberlegung bestaetigt. |
20-Jul-2001, Roland Brodbeck
Stichwortartige Antwort ganz pauschal über den Daumen gepeilt: Der Raketenantrieb basiert auf dem Rückstossprinzip. Impuls (Masse x Geschwindigkeit) muss erhalten bleiben. Das Gesamtsystem Rakete und Auspuffgase ändert seine Geschwindigkeit nicht. Um sich zu bewegen muss ein Raumschiff ein Teil seiner Masse von sich wegstossen um sich in die entgegengesetzte Richtung zu bewegen. Die erreichte Endgeschwindigkeit der Nutzlast wird über die Raketengleichung berechnet: Endgeschwindigkeit = Ausstossgeschwindigkeit * log(Anfangsmasse/Brennschlussmasse) wobei log der natürliche Logarithmus darstellt. Ausstossgeschwindigkeit = Geschwindigkeit mit der die Gase das Triebwerk verlassen. Beispiele: chemische Antriebe (eben die Rakete): Typische erreichte Geschwindigkeit: 10 km pro Sekunde (km/s). Brenndauer: ein paar Minuten. Ausstossgeschwindigkeit: 2 km/s bis 4.5 km/s Ionenantrieb (Ausstoss von Ionen mit elektromagnetischer Beschleunigung, siehe JPL, deep space one) Typische erreichte Geschwindigkeit 30-50 km pro Sekunde Brenndauer: ein paar Monate. Ausstossgeschwindigkeit: 50 - 100 km/s. Sonnensegel: Der Lichtdruck verändert die Geschwindigkeit des Raumschiffs. Jede beliebige Bahn im inneren Sonnensystem bis hinaus zu Jupiter innerhalb von vielen Monaten bis Jahre ist erreichbar. Theoretisch hat das Sonnensegel eine unbegrenzte Einsatzdauer des Raumschiffs, z.B. wäre eine Art Pendelbetrieb zum Transport von Material zwischen einer Marsumlaufbahn und einer Erdumlaufbahn möglich, ohne dass das Raumschiff auftanken müsste. Projekt bei der DLR: Nach einem erfolgreichen Entfaltungstest am Boden wird möglicherweise schon im Jahre 2000 ein Prototyp eines Sonnensegels in der Erdumlaufbahn getestet. Es wird 20 x 20m messen und 35 kg schwer sein. Zunächst soll nur das Entfalten im Weltraum gestestet werden. Zur Erprobung des eigentlichen Sonnensegels, das mit Hilfe des Strahlungsdrucks der Sonne vorankommt, wird es voraussichtlich erst Ende 2001 oder Anfang 2002 kommen (Quelle: suw).
Siehe auch bei der DLR auf der
Solar Sail Homepage, beim JPL unter
solar sails oder bei der
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16-Sep-1998, Roland Brodbeck
Solarelektrische Ionenantriebe werden im kommenden Jahrhundert wohl bemannte Flüge zu Mars und den erdbahnkreuzenden Planetoiden möglich machen. Die Flüge werden aber wegen des geringen Schubs solcher Antriebe dennoch Monate dauern. Nach vielen Monaten oder ein zwei Jahren kann mit einem solchen Antrieb eine Geschwindigkeitsänderung im Bereich 30 bis 50 km/s erreicht werden, bis der elektrisch ausgestossene Stoff (Natrium, Quecksilber oder was auch immer, ist hier nicht so wichtig) nachgefüllt werden muss. Wenn man die Solarzellen durch ein Atomkraftwerk ersetzt und die Ausstossgeschwindigkeit bis an den Rand des Machbaren erhöht, kann vielleicht eine Endgeschwindigkeit von 500 km/s nach ein paar Jahren Brenndauer erreicht werden. Interstellare Flüge dauern aber trotzdem noch viele Jahrtausende, eine solche Mission wäre primär zur Sondierung des interstellaren Raums in unmittelbarer Umgebung geeignet oder zur Astrometrie. Wenn man den nuklearen Brennstoff direkt (und nicht über den Umweg über ein Kraftwerk) nutzt, könnte vielleicht 10'000 oder 20'000 km/s erreicht werden. Damit könnte Proxima Centauri (die nächste Sonne) von einer unbemannten Sonde noch innerhalb eines Menschenlebens erreicht werden, aber ohne Bremsung am Ziel. Allgemeine Relativitätstheorie (Wurmloch) und Quantenmechanik (Beamen) bieten zwar rein mathematisch die Möglichkeit (so gut wie) instantan von einem Ort zum anderen zu kommen, doch im Falle eines passierbaren Wurmlochs kriegt man es mit Energiemengen und Kräften zu tun, die Ausmasse erreichen, wie sie bei einer Supernova-Explosion vorkommen. Wir sollen aber nicht die Hoffnung verlieren, wer weiss, was wir im nächsten Jahrtausend noch an Physik erfahren. |
17-Sep-1998, Roland Brodbeck
| Es handelt sich dabei um ein utopisches Raumschiffkonzept, das interstellare Flüge möglich machen könnte. Mit einer elektromagnetischen Ansaugvorrichtung (was immer das heissen mag) wird der Wasserstoff im interstellaren Raum angesaugt. Diese werden in einem Kernreaktor soweit verdichtet, daß Kerfusion einsetzt und die Gase mit höherer Geschwindigkeit wieder ausgestoßen werden. Da es aber nur eines bis ein paar Wasserstoffatome pro Kubik cm gibt, muß die Ansaugvorrichtung planetare Ausmasse annehmen. Rein theoretisch könnte das Raumschiff ewig beschleunigen und so der Lichtgeschwindigkeit beliebig nahe kommen. Der Teufel steckt hier im Detail, so daß allgemein dem Kernfusionstriebwerk mit dem Kernbrennstoff (z.B. Deuterium) als Treibstoffvorrat an Bord bessere Chancen gegeben werden. Dieses wird oft als Daedalus-Konzept bezeichnet. Man kann aber nur maximal 10% der Lichtgeschwindigkeit erreichen. Mit Daedalus könnte eine unbemannte Sonde ohne Abbremsen am Ziel Proxima Centauri nach gut einem halben oder ganzen Jahrhundert Flugzeit erreichen.
Zwei Beispiele für den Teufel im Detail: Erstes Beispiel: Das normale Wasserstoffisotop mit nur einem Proton als Kern ist für Kernfusionsreaktoren ungeeignet, seine Reaktionswahrscheinlichkeit beim Stoß zweier Protonen ist so unglaublich unwahrscheinlich, daß sie das Düsentriebwerk nur mit den 10'000 mal selteneren Deuterium-Kernen betreiben können. Der Effekt hat auch was gutes, er bewirkt, daß Sterne über Milliarden Jahre langsam ausbrennen. Zweites Beispiel: Niemand hat eine Ahnung, wie man mit einem nur ein, zwei km großen Gebilde ein Millionen km großes elektromagnetisches Feld erzeugen kann, daß rasch und effektiv die mit einem UV Laser ionisierten Atomkerne ansaugen kann. |
19-Sep-1998, Roland Brodbeck
| Es wäre schon eine eher rasche Entwicklung, wenn irgendwann in der ersten Hälfte des nachten Jahrhunderts der bemannte Marsflug stattfindet, eine Mondstation eingerichtet und die Kernfusion beherrscht wird. Die Konstruktion eines so großen Raumschiffs braucht neben der noch zu entwickelnden technologischen Grundlagen auch enorme Industriekapazitäten im Weltraum, d.h. z.B. Erzabbau auf erdbahnkreuzenden Asteroiden im großen Stil. |
19-Sep-1998, Roland Brodbeck
Die mit chemischen Triebwerken (also bewährte Technologie) machbare Rundreise würde hin und zurück etwa 3 Jahre dauern, wovon man etwa die Hälfte der Zeit auf Mars auf das Startfenster zum Rückflug warten müsste. Für ein 100 t Raumschiff müssten aber etwa 2000 bis 3000t Treibstoff in die Erdumlaufbahn gebracht werden, was das Unternehmen definitiv nicht mehr finanzierbar macht, zuweilen hörte man Zahle wie 500 Mia. US$. Ausweg: Ionenantrieb (siehe www.jpl.nasa.gov) Solarelektrisch könnte wegen der viel grössere Endgeschwindigkeit den Rundflug auf vielleicht 1.5 Jahre Verkürzen und vielleicht wurde, wen mit unbemannten Sonden einige Erfahrung mit diesen Antrieben gesammelt wurde, im Jahre 2020 oder so ein Marsflug auch finanzierbar (so etwas wie 20 Mia. US$ soll mal als finanzierbar gelten). |
16-Sep-1998, Roland Brodbeck
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