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FAQ - Sterne und Nebel

Was haltet Ihr von der Behauptung der UFO-Szene, dass sie Planeten um andere Sonnen entdeckt haben?

Back Hier liegt ein fundamentales Missverstaendnis vor. Der Nachweis von Planeten, die eine fremde, weit entfernte Sonne umkreisen, ist nicht der Esotherikszene zuzurechnen, sondern das Ergebnis astronomischer Forschung der anerkanntesten Institute auf der Welt.

Geschichte:
Giordano Bruno wurde im Jahr 1600 - unter anderem fuer die Idee, dass die Sterne Sonnen sind, die wie unsere ebenfalls von Planeten umkreist werden - als abtrünniger Mönch auf dem Scheiterhaufen verbrannt [nach Carl Sagen, "Our Cosmos"]. Und nun fast genau 400 Jahre später haben wir die ersten wissenschaftlichen Beweise und nicht nur mehr oder weniger philosophische Plausibilitätsbetrachtungen von der Existenz extrasolarer Planeten [Wolszczan, Mayor, Marcy]. Man hat also jüngst den historisch bedeutsamen Schritt von der plausliblen Annahme zum Nachweis geschafft.

Literatur
Es gibt dazu zahlreiche Publikationen (also accepted papers! - nicht Leserbriefe in irgendwelchen "Natur und Geist" Blättern), z.B. auch in einer der renomiertesten wissenschaftlichen Zeitschriften, dem Astrphysikal Journal. Referenzen am Schluss der Antwort, nur der Vollständigkeit halber bzw. um die Wissenschaftlichkeit hervorzuheben. Die Datenbank wissenschaftlicher Publikationen "Inspect" hatte bis Mitte 1997 insgesammt 242 Einträge zum Thema "Extrasolar Planets".

Neugierig geworden?
--> http://www.obspm.fr:80/departement/darc/planets/encycl.html

Scientific Journals

Beispiele:

"A Planet Orbiting 47 Ursae Majoris", Butler, R. Paul; Marcy, Geoffrey W.
ApJ, vol. 464, page L153 (1996).

"A Theory of Extrasolar Giant Planets", Saumon, D.; Hubbard, W. B.; Burrows, A.; Guillot, T.; Lunine, J. I.; Chabrier, G.
ApJ, vol. 460, page 993 (1996).

"A Planetary System around the Millisecond Pulsar PSR1257+12", Wolszczan, A. & Frail, D., 1992
Nature, Vol. 255, pg. 145, 1992.

"Toward Planets Around Neutron Stars", Wolszczan, A.,
Astrophysics & Space Science, Vol. 212, pg. 67,1994.

"Confirmation of Earth-Mass Planets Orbiting the Millisecond Pulsar PSR B1257+12", Wolszczan, A.
Science, Vol. 264, pg. 538, 1994.

"51 Pegasi", Mayor-M; Queloz-D; Marcy-G; Butler-P; Noyes-R; Korzennik-S; Krockenberger-M; Nisenson-P; Brown-T; Kennelly-T; Rowland-C; Horner-S; Burki-G; Burnet-M; Kuenzli-M.
International-Astronomical-Union-Circular. no. 6251; 25 Oct. 1995.

Popular Literature

"Pulsars, Planets, & Pathos", Fienberg, R.
Sky & Telescope, Vol. 83, No. 5, pg.493, 1992.

"Forbidden Planets", Folger, T.
Discover, Vol. 13, No. 4, pg. 38, 1992.

"The Search for Extraterrestrial Life", Sagan, C.
SCIENTIFIC AMERICAN, Vol. 271, No. 4, pg. 92, 1994.

22-Sep-1998, Roland Brodbeck


Hat die rote Farbe von bestimmten Sternen etwas mit dem Dopplereffekt zu tun?

Back Nein, die unterschiedlichen Farben der Sterne am Nachthimmel haben ihre Ursache in der unterschiedlichen Oberflächentemperatur. Rot bedeutet 3'000 Grad, gelb 6'000 Grad, weiss 10'000 grad und blau 20'000 Grad oder mehr (siehe HRD).

17-Sep-1998, Roland Brodbeck


Aus was besteht der Orionnebel?

Back Wie alle interstellare Materie besteht der Orionnebel vorwiegend aus Wasserstoff und Helium. Ein Prozent der Masse setzt sich noch aus anderen Elementen zusammen, insbesondere Sauerstoff, Kohlenstoff, Sticksoff, Eisen. Die Atome werden von heissen, leichtkräftigen Sternen, wie die vier sogenannten Trapezsterne ionisiert und zum Fluoreszieren angeregt. Beispielsweise leuchtet der Wasserstoff dabei rot und grün, und as zweifach ionisierte Sauerstoffatom leuchtet ebenfalls grün.
Auch in den dichten Regionen des Nebels ist der Druck vergleichbar mit den allerbesten technisch erzeugtem Ultra-Hochvakuum auf der Erde.

17-Sep-1998, Roland Brodbeck


Wie alt ist Altair?

Back Eigentlich weiss ich das nicht, um sicher zu gehen, muss man die Originalliteratur konsultieren.

Vermutung: In manchen Quellen (z.B. SkyAtlas 2000) wird die Leuchtkraftklasse etwas zweideutig mit V - IV angegeben, das lässt mich vermuten, dass Altair gerade die Hauptreihe verlässt. Altair ist ein A7 Stern, diese verbringen etwa eine Milliarde Jahre auf der Hauptreihe des HRD (unsere Sonne knapp 10 Milliarden Jahre). Altairs Nachhauptreihenentwicklung (roter Riese = starker Anstieg der Leuchtkraft und des Radius, phasenweise begleitet von heftigem Sternwind ) dauert bei einem Stern von 1.5 Sonnenmassen 400 Mio Jahren bei 3 Sonnenmassen 100 Mio. Altair liegt mit 2 Sonnenmassen irgendwo dazwischen, vermutlich bei 200 Mio. Jahren, danach bleibt ein weisser Zwerg mit einem planetarischem Nebel übrig. Der Nebel (etwa wie M57) wird sich im Laufe einiger 10'000 Jahre im interstellaren Raum verlieren, während die übrig gebliebenen Planeten bis ans Ende der Zeit um einen im Laufe von Milliarden Jahren erkaltenden weissen Zwerg kreisen.

19-Sep-1998, Roland Brodbeck


Wie kann die Entfernung zum Doppelsternsystem Albireo bestimmt werden?

Back Die Distanz zu nahen Sternen kann durch trigonometrisches Vermessen gefunden werden. Dabei wird ausgenutzt, dass der Stern im laufe eines Jahres durch die Bewegung der Erde im die Sonne eine leichte Positionsverschiebung aufweist (Parallaxe).

17-Sep-1998, Roland Brodbeck




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20.12.2006 23:42 Uhr, Arnold Barmettler

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