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FAQ - Teleskope, Optik

Wie funktioniert die Scheiner-Methode?

Back die Scheiner-Methode wird verwendet, um die Montierung eines Teleskops zur Polachse auszurichten. Lesen sie hierzu das Dokument "Die Scheiner-Methode" als PDF (122kB) oder g-zipped Postscript (42kB).

Markus Wildi hat sich lange mit weiteren genaueren Methoden zur Ausrichtung der Stundenachse auf den scheinbaren Pol beschäftigt. Sein Ziel waren Himmelsaufnahmen mit einer Auflösung in der Grösse der Luftunruhe (1").

04-Aug-1998, Bernd Nies


Warum ist das Bild in manchen Teleskopen spiegelverkehrt?

Back Eine Linse erzeugt beim Brennpunkt ein invertiertes (d.h. oben und unten, links und rechts sind vertauscht) Bild eines Gegenstandes. Das Objektiv eines Teleskops mag aus mehreren Einzellinsen bestehen doch ist die Gesamtwirkung dieselbe, wie bei einer Linse. Beim Brennpunkt entsteht somit ein invertiertes Bild des Himmels. Dieses gewissermassen in der Luft schwebende Bild betrachten wir mit einer "Lupe", dem sogenannten Okular. Ein spärischer oder parabolischer Spiegel wirkt genau gleich wie eine Linse. Der einzige Unterschied besteht darin, das der Brennpunkt nicht hinter, sondern vor dem Spiegel liegt. Das Bild des Himmels beim Brennpunkt ist aber genauso invertiert wie beim Linsenteleskop.
In der Astronomie spielt die Ausrichtung für das visuelle Bild aber nicht so eine grosse Rolle wie z.B. bei Beobachtungen der Landschaft auf der Erde, da es ja im Weltraum kein Oben und Unten gibt. Himmelsaufnahmen werden zur einfacheren Orientierung in Publikationen aber meist gegen Norden ausgerichet.

19-Apr-2000, Stefan Meister


Wie entferne ich die Aluschicht eines Teleskopspiegels?

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Man kann in Wasser gelöstes Eisen-III-Chlorid (FeCl3) verwenden. Dies wird auch zum Ätzen von Elektronikplatinen gebraucht. Es reicht eine dünne Schicht in einem flachen Gefäss, in das man den Spiegel mit Schicht nach unten auf dünne Abstandshalter aus Kunststoff legt.

Anderes Rezept (von Victor Larrosa): 25% Kupfersulfat in 10% Salzsäure. Vorgehen:

  1. Spiegel horizontal legen (Spiegelfläche nach oben) und mit Cleanex-Papier (oder ähnlichem) belegen.
  2. Anschliessend die genannte Mischung auftupfen bis der ganze Spiegel benetzt ist.
  3. Mit einer sauberen Glasplatte abdecken.
  4. Etwa zwei Stunden ruhen lassen.
  5. Danach mit Wasser abspülen - vorsichtig wegen der Säure. Wenn möglich nicht allzu oft mit blossen Händen berühren, denn es brennt leicht und gibt gelbe Finger.
  6. Kontrollieren ob alles Alu entfernt ist, wenn nicht, dann die ganze Prozedur so oft wiederholen bis der Spiegel sauber ist.

23-Jan-2000, Bernd Nies


Welches Teleskop eignet sich für Anfänger?

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Eine einfache und häufig gestellte Frage, die jedoch sehr schwierig zu beantworten ist. Zu gross ist die Vielfalt unterschiedlicher Teleskope, zu gross die Preisspanne. Anfangs möchte man jedoch nicht zuviel Geld für ein Hobby ausgeben, bei dem noch nicht feststeht, wie lange es 'hält'. Das ist klar. Das wichtigste beim ersten Teleskopkauf ist, dass das gekaufte später noch verwendet werden kann und es nicht eine 'tote' oder gar eine Fehlinvestition ist. Aus manchem Erstlingsfernrohr kann schnell ein Kellerfernrohr werden.

Jedem Anfänger möchte ich unbedingt den Besuch der Starparty oder einer ähnlichen Veranstaltung ans Herz legen. Im Gegensatz zum Besuch einer Sternwarte trifft man dort viele aktive Amateur-Astronomen mit ebensovielen unterschiedlichen Teleskopen und kann mehrere Geräte miteinander vergleichen und sich zudem gleich in die praktische Amateur-Astronmie einführen lassen.

Kaufhausteleskop

Typische Kaufhausfernrohre: 60mm Linsenteleskop, 114mm Spiegelteleskop (Newton). Beim Kauf muss man sehr vorsichtig sein. Das Verkaufspersonal hat fast immer weniger Ahnung von dem Gerät als Sie und kann Sie aus diesem Grund auch nicht beraten, obwohl einige meinen, sie können es. Man darf sich durch die farbigen Astrofotos auf der Verpackung oder sonstige Versprechungen (Vergrösserung bis 800fach und dergleichen) nicht irritieren lassen -- so sieht es in der Wirklichkeit nie aus. Die Preise liegen meist weit unter CHF 1000.-

Oft ist die optische Qualität eines Kaufhausfernrohrs gar nicht einmal so Leid, ja manchmal sogar überraschend gut. Aber fast immer ist das Drumherum (Stativ, Montierung, Okulare, Okularauszug) äusserst mangelhaft -- oder auch im Falle des Okular-Sonnenfilters gefährlich. Dieser gehört auf direktestem Wege ins Altglas! Bei Linsenteleskopen aus dem Kaufhaus ist man fast immer besser bedient als bei Spiegelteleskopen (z.B. Newtons). Letztere wurden in der Fabrik meist nur zusammengeschraubt und höchstens einmal grob justiert. Als Neuling ist man da aufgeschmissen, denn von Fernrohr-Kollimation hat man noch keine Ahnung.
Fehlt einem als Anfänger der Vergleich mit anderen Geräten von bereits forgeschrittenen Amateur-Astronomen, so weiss man nicht, was man von einem Teleskop mit der gleichen Öffnung und Brennweite erwarten kann. Viele verlieren bei einem unscharfem Bild auf einer wackeligen Montierung die Lust am beobachten und glauben, was anständiges könne man bloss mit superteuren professionellen Grossteleskopen sehen.

Linsen-Teleskop auf äquatorialer Montierung

Empfohlene Öffnung mindestens 70mm. Farbkorrektur Fraunhofer (Achromat) oder ED (Halbapochromat) ist meist vöig ausreichend. Besseres ist für den Anfang zu teuer. Die Preise für eine Ausstattung etwas höher als nur gerade das Grundlegendste bewegen sich etwa um CHF 2000.-

Ein Nachführmotor in der Stundenachse erleichtert die Beobachtung bei höherer Vergrösserung und ermöglicht einfache Astrofotos mit rittlings montierter Kamera. Wichtig ist, dass Montierung und Stativ stabil genug sind. Manchmall muss das Getriebespiel der Montierung noch nachjustiert werden. Eine Justage der Optik ist meist nicht möglich und auch nicht nötig. Der Okularauszug sollte mindestens Okulare mit 31.8mm Steckdurchmesser aufnehmen können, da für dieses Mass qualitativ bessere Okulare erhältlich sind als für 24.8mm.

Später werden Sie das Teleskop entweder als Balkonfernrohr, Reisefernrohr, als Supersucher bei einem grösseren Teleskop oder Leitfernrohr für Astroaufnahmen verwenden können. Dies ist der wichtigste Vorteil bei der Wahl eines Linsenfernrohrs als Anfängerteleskop.

Newton auf azimutaler Montierung (Dobsonian)

Empfohlene Öffung mindestens 200mm. Ein Dobsonian ist ein Teleskop ohne viel unnötigen Luxus wie Feintriebe, elektrische Nachfürung oder nivellierbares Dreibeinstativ. Es ist dafür konzipiert worden für möglichst wenig Geld viel Öffung (d.h. einen grossen Spiegeldurchmesser) zu bieten. Dobsonians gibt es in zwei verschiedenen Kategorien:

  1. Billig-Dobs mit Tubus aus Presskarton und Montierung aus Pressspanplatten. Spiegeldurchmesser etwa 150mm bis 300mm.
  2. Luxus-Dobs mit zusammenlegbarem Tubus aus Alurohrstangen, Teilen aus Sperrholz und meist einem grossen Spiegeldurchmesser ab 300mm bis 700mm.

Die grossen Luxus-Dobs werden gerne von total angefressenen Deep-Sky Fans benutzt und meist auch selbst gebaut. Solche Geräte sind für Anfänger nicht empfehlenswert. Ideal sind jedoch die Billig-Dobs. Man kriegt für relativ wenig Geld (ca. CHF 1000.- bis 2000.-) schon ein Teleskop mit einer anständigen Öffung und akzeptabler optischen Qualität, bei der man sich nicht scheuen darf, auch einmal schwächere Galaxien und Nebel aufzusuchen.

Das Fehlen einer komplizierten Montierung und sonstigem Schnickschnack veranlasst den Anfänger, die Sternbider und die tägliche Drehung des Sternenhimmels 'hautnah' zu erleben, anstatt sich mit lästiger Aufstellarbeit und Justage auf den Himmelsnordpol zu befassen. Dadurch entwickelt mit der Zeit ein Gefühl dafür, wie sich der Himmel im Laufe eines Jahres verändert und wann welche Sternbilder günstig stehen. Viele Anfänger plagen sich mit einer exakten Nordpoljustierung herum, obwohl diese nur für die Fotografie, nicht aber für die visuelle Beobachtung notwendig ist.

Für die Dobsonians werden meist auch digitale Teilkreise mit Objektkatalogen angeboten, bei denen einzelne Objekte aus einem Menü ausgewählt und blindlings angefahren werden können. Man braucht lediglich die Koordinaten in Übereinstimmung zu bringen. Dies hört sich zwar faszinierend und bequem an, ist für Anfänger aber absolut ungeeignet! Man lernt höchstens die hellsten Sterne für die Einrichtung der digitalen Teilkreise kennen und hat fast keinen Bezug zum Nachthimmel mehr. Ein Objekt selbst von Hand und mit einer Sternkarte zu suchen macht viel mehr Spass und bringt zudem noch ein Erfolgserlebnis, wenn man ein schwieriges Objekt gefunden werden. Es macht auch nichts, wenn man einmal irgendwo im Juhee landet. Vielleicht trifft man auf ein zuvor ungeachtetes Leckerbissen. Nebenbei bemerkt: Die meisten Kometen werden dadurch entdeckt, dass Amateurastronomen sich in einer Himmelsgegend verfranst haben und dabe einen Nebel entdeckten, der auf keiner Karte verzeichnet war. Nur mit digitalen Teilkreisen würden Sie den Kometen übersehen und als potentieller Erstentdecker ausscheiden.

Schmidt-Cassegrain auf Gabelmontierung

Schon seit Jahrzehnten Modeteleskope der Massenproduktion werden diese Geräte in letzter Zeit auch vollcomputergesteuert mit motorischer Nachführung und automatischer Einstellung der Himmelsobjekte angeboten. Dies ist vielleicht das dümmste, was sich ein blutiger Anfänger beschaffen kann, obwohl es im heutigen Computerzeitalter sicher zeitgemäss tönt. Aus oben genannten Punkten kriegt der Anfänger kein Gespür für den Nachthimmel. Ein Schmidt-Cassegrain auf einer dazu passenden Gabelmontierung ist zudem schlecht erweiterbar (versuchen Sie einmal ein Leitrohr darauf zu setzen) und auf die Montierung passt wirklich nur dieses eine Teleskop.

Viel klüger ist hingegen die Wahl eines Schmidt-Cassegrains (die typischen 200mm f/10 Röhren) auf einer deutschen Montierung. Bei Bedarf kann auch einmal ein anderes Teleskop auf die Montierung aufgesetzt werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass es in dieser Kategorie sehr grosse Qualitätsschwankungen infolge der Massenproduktion gibt. Man kann Glück haben und ein ausgesprochen gutes Fernrohr erwischen oder auch eine Niete. Viele dieser Teleskope enden als Kellerfernrohre.

Gebrauchtteleskop

Auf dem Gebrauchtmarkt kann man oft mit Glück ein günstiges Schnäppchen machen und dabei ein gutes Fernrohr erwischen. Meist findet man gute Linsenteleskope, Newtons und Montierungen. Oft trifft man auch die oben erwänten Schmidt-Cassegrains auf Gabelmontierung an aus ebenfalls oben erwähten Grund. Auf alle Fälle soll man die Preise mit den Katalogpreisen in den USA vergleichen. Viele Geräte werden hier zu teuer weiterverkauft. In den USA erhält man zum selben Preis dann ein neues Teleskop mit denselben Garantieleistungen wie beim Kauf eines gebrauchten Teleskops bei einem Amateur-Astronomen ...

Schauen Sie doch einmal beim Astrofloh oder in unserem Pinboard vorbei. Vielleicht wartet dort schon Ihr Lieblingsteleskop.

05-Jun-1999, Bernd Nies


Wie hoch ist die Vergrösserung?

Back Die Vergrösserung des Teleskopes berechnet sich aus der Brennweite des Teleskopes dividiert durch die Brennweite des benutzten Okulares. Wenn beispielsweise mit einem 2500 mm Newton und einem 50 mm Okular beobachtet wird, so ist die Vergrösserung 50-fach. Viele Besucher der Sternwarte fragen oft nach der maximal erreichbaren Vergrössungen der Geräte. Dabei ist diese in der Astronomie eher sekundär, da meist die Luftunruhe oder die Optik selber die Grenzen setzen.

17-Sep-1998, Stefan Meister


Braucht die Montierung immer exakt auf den Polarstern ausgerichtet zu werden?

Back

Nein, nicht immer. Möchten Sie ihr Teleskop (ich gehe davon aus, dass es sich um ein transportables Gerät handelt) nur für visuelle Beobachtung verwenden, so genügt es vollkommen, wenn Sie das Stativ einigermassen gerade hinstellen und die Montierung per Augenmass etwa auf den Polarstern ausrichten. Ein Fehler von einigen wenigen Grad ist visuell kein Problem, da Sie selten stundenlang ein- und dasselbe Objekt anschauen und sowieso jederzeit nachjustieren können.

Möchten Sie jedoch mit dem Gerät länger belichtete Astroaufnahmen durch das Teleskop selbst oder mittels einer rittlings montierten Kamera mit Tele-Objektiv machen, so empfiehlt es sich, die Montierung gut auf den Himmelsnordpol (etwa eineinhalb Vollmonddurchmesser vom Polarstern entfernt) auszurichten, sonst gibt es Strichspuren auf den Fotos.

02-Mar-1998, Bernd Nies




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20.12.2006 23:42 Uhr, Arnold Barmettler

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