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Bei der Bildbearbeitung geht es im wesentlichen um 2 Punkte:
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Die einfachste Möglichkeit ist hier den sogenannten Weiss- und Schwarzpunkt zu setzen. Bei einer CCD-Kamera mit einen 16 Bit AD-Wandler sind insgesamt 216 =65536 verschiedene Graustufen darstellbar (viel mehr als der Monitor darstellen kann). 0 bedeutet hierbei schwarz und 65535 weiss. Zeigt das Bild nun einen Grauschleier im Hintergrund, so kann dieser beseitigt werden, indem der Schwarzpunkt hin zu helleren Punkten verschoben wird. Wird der Schwarzpunkt beispielsweise auf 1500 gesetzt, so werden alle Pixel, deren numerischer Bildwert < 1500 ist auf schwarz gesetzt. In Abb. 18.1 wurde der Schwarzpunkt auf 1469 gesetzt; in Abb. 18.2 auf 1321. Abb. 18.1 ist daher auch merklich dunkler. Ähnlich verhält es sich mit dem Weisspunkt. Wird der Weisspunkt auf 10000 gesetzt, werden alle Pixel, deren numerischer Wert > 10000 ist auf weiss gesetzt. In Abb. 18.1 liegt der Weisspunkt bei 27328, bei Abb. 18.2 nur bei 4224: ein Grossteil des Bildes ist daher weiß. Die Abb. 18.3 und 18.4 zeigen das Beschriebene nochmals grafisch. Die Transformationskurve verläuft in 18.4 steiler und ist daher früher in der Sättigung. Die Steigung der Kurve ist ein Maß für den Kontrast. Hier zeigt sich, dass ein erhöhter Kontrast nicht nur Vorteile mit sich bringt. Zwar werden Details im Außenbereich sichtbar, dafür gehen aber Informationen im Zentrum verloren. Bis jetzt wurde nur die lineare Übertragungsfunktion und die beiden Grenzpunkte betrachtet. Insgesamt ist dies zwar eine Verbesserung gegenüber dem Rohbildern, aber zufriedenstellend ist das Bild immer noch nicht. Entweder werden die schwachen Details in den Außenbereichen sichtbar oder die sehr hellen Bereiche im Zentrum. Beides lässt sich mit dieser Methode des Weiss- bzw. Schwarzpunktes nicht erreichen. Die hier beschriebenen Korrekturen werden auch als Tonwertkorrektur bezeichnet.
Ein weiterer Forschritt lässt sich erreichen wenn die Übertragungsfunktion nicht linear bleibt sondern die Form einer S-Kurve annimmt. Die Wirkung dieser Kurve ist in Abb. 19 gezeigt. Gestrichelt ist der lineare Weiss-/Schwarzpunktabgleich eingezeichnet. Die Kurve lässt sich wie folgt interpretieren: Der Anstieg der Kurve verläuft schwächer als bei einer Geraden, d.h., der Hintergrund wird dunkler gehalten und verläuft langsamer in die helleren Bereiche. Die beiden Pfeile (A) zeigen an, um wie viel ein entsprechender Graupunkt dunkler dargestellt wird. Im oberen Bereich werden die hellen Punkte angehoben. Die Interpretation ist analog zum unteren Punkt. Insgesamt führt die Gradationskurve zu einer Anhebung des Kontrastes und vermeidet einige Nachteile der vorher beschriebenen Bildbearbeitungsmöglichkeit. Insgesamt ist aber auch diese Methode nicht ganz befriedigend.
Rohbild-unscharfer Bildteil=scharfer Bildteil![]() Rohbild+ scharfer Bildteil=schärferes Bild Abb. 20 ![]() Abb. 21 |
Um
ein vorhandenes Bild zu schärfen gibt es verschiedene mathematische
Verfahren und Algorithmen. Die bekanntesten sind die unscharfe Maske und
der Richardson-Lucy-Algorithmus. Mit beiden und weiteren von Software-Programmen
angebotenen Verfahren ist der Autor nie glücklich geworden. Vermutlich
deshalb, weil dem Anwender je nach Programm zwar Parameter zu Veränderung
geboten werden, diese aber nicht beschrieben sind und es oft auf ein "Probieren"
hinausläuft. Daher wird hier ein manuelles Verfahren der unscharfen
Maske beschrieben, das generelle Gültigkeit hat: Ein Bild (Abb. 20
oben links) besteht aus einem scharfen und einem unscharfen Bildanteil.
Wenn es nun gelingt den unscharfen Bildanteil zu bestimmen, so kann dieser
vom Gesamtbild abgezogen werden und es bleibt der scharfe Bildanteil übrig.
Die Kunst besteht nun darin diesen unscharfen Bildanteil zu bestimmen.
Vorgehensweise:
Im ersten Schritt wird von einem Bild ein Duplikat erstellt.
Dieses wird dann weich gezeichnet bzw. unscharf gemacht. Dies ist ein
Versuch den unscharfen Anteil künstlich zu erstellen bzw. zu simulieren.
Von diesem Bild wird dann das Original subtrahiert. Es bleibt der Scharfanteil
des Bildes übrig. In der oberen Bilderreihe der Abb. 20 ist dies
dargestellt. Für das Weichzeichnen wird am besten der Gaußsche
oder ein benutzerdefinierter Weichzeichner verwendet. Der einzugebende
Parameter ist der Radius in Pixel; ein Maß für die Weichzeichnung.
Sie ist abhängig von der Unschärfe des Original-Bildes und vom
gewünschten Ergebnis.
Im zweiten Schritt wird
dann dieser Scharfanteil mit dem Originalbild verknüpft und als Ergebnis
entsteht ein Bild erhöhter Schärfe wie in Abbildung 20 unten
gezeigt. Bei dem scharfen Bildanteil handelt es sich hauptsächlich
um Kanten, die hell dargestellt sind. Es liegt in der Funktion des Auges,
dass Kanten besonders gut erkannt werden. Diese Eigenschaft des Auges
sollte bei der Bildbearbeitung nie außer Acht gelassen werden. Über
das Original-Bild wird ein (Relief-) Bild überlagert, bei dem die
Kanten hervorgehoben sind. In Abb. 21 wird dies beim Sonnenrand sehr deutlich.
Im vorigen Abschnitt siehe Abb. 18.7/18.8 lag die Kunst der Bildbearbeitung
darin, dass die Kanten so unscharf gemacht werden, dass sie vom Auge nicht
mehr wahr genommen werden können. Hier ist es umgekehrt! Ein Großteil
der Aufgaben in der modernen Bildbearbeitung liegt darin entweder Kanten
zu betonen oder diese unkenntlich zu machen. Bei all diesen Möglichkeiten
sollten aber auch die Grenzen der Bildschärfung bedacht werden. Wird
diese allzu unbekümmert eingesetzt entstehen Artefakte, also Muster
die im Original nicht vorhanden sind. Dies ist aber nicht Sinn und Zweck
der Bildbearbeitung. Dieser besteht darin vorhandene Details herauszuarbeiten
und diese besser sichtbar zu machen.
Weitere Informationen
erhalten Sie auf meiner Homepage unter www.astro-siggi.de.
Dort wurde auch ein Forum eingerichtet zur Diskussion der CCD-Technik und der Bildbearbeitung.
Bei Fragen schicken Sie mir eine Email:
Siegfried Bergthal
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