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von Siegfried Bergthal

Bildbearbeitung für Sternfreunde

Teil 3: Erstellung von Farbbildern

Bearbeiten von digitalen Bildern bietet nahezu ungeahnte Möglichkeiten. Hier sollen einige Aspekte des großen Themas der Bildbearbeitung besprochen werden und zwar diejenigen, die zu einer Verbesserung von Astro-Aufnahmen führen. Die hier durchgeführten Schritte und Abbildungen wurden mit Adobe Photoshop 7.0 erstellt. Sie sind aber so grundlegend, dass Sie auch mit anderen Programmen durchgeführt werden können. Zuerst werden die Schritte anhand eines S/W-Bildes beschrieben, die Bearbeitung und Feinabstimmung von Farbbildern erfolgt dann im Anschluss.

Erstellung von Farbbildern

Über den Sinn und Unsinn, Farbbilder in der Astronomie zu erstellen hat Kippenhahn in [4] einen lesenswerten Beitrag geschrieben, so dass hier der Sachverhalt nicht erneut diskutiert werden muss. Farbbilder werden in der Astronomie üblicherweise durch die Erstellung von drei einzelnen Bildern in den Farben rot, grün und blau erstellt. Zum einen ist aber die Quanteneffizienz der CCD-Kamera nicht über den gesamten Farbbereich konstant zum anderen ist die Durchlasskurve der drei Filter nicht identisch. Fazit: Sie müssen die Belichtungszeiten der einzelnen Farben für das Kamera-Filter-System ermitteln.

Abb. 5a: Quanteneffizienz einer CCD-Kamera (oben) und Durchlassbereich der Filter. Gesamteffizienz des Systems Kamera/Filter (unten).

In Abb. 5a sind in der oberen Grafik die Quanteneffizienz der Kamera (Spektrum) und die Durchlassbereiche der Farbfilter eingezeichnet. Die Kurven sind von SBIG für die ST 2000 Kamera und für das von SBIG gelieferte Farbfilterrad. Die Grafiken wurden aus PDFs des Herstellers extrahiert und dann im Maßstab angepasst. Aus diesem Diagramm wurde dann für verschiedene Wellenlängen die Quanteneffizienz des Gesamtsystems wie folgt ermittelt: Für die Kamera kann die Quanteneffizienz bei einer Wellenlänge von 520 nm (gelber Kreis unten) als 50% abgelesen werden. Der Durchlass des grünen Filters beträgt bei derselben Wellenlänge 90% (gelber Kreis oben). Hieraus wird die Gesamteffizienz des Systems für 520 nm ermittelt, nämlich 0,9*0,5 = 0,45. Mit diesem Wert wurde das untere Diagramm in Abb. 5a erstellt. Diese Berechnung wurde im Abstand von 10 nm über den gesamten sichtbaren Wellenlängenbereich wiederholt. Das Ergebnis sind die drei Kurven für rot, grün und blau. Die rote und blaue Kurve ist farbig unterlegt. Die Fläche unter den Kurven ist das Maß für die relative Belichtungszeit! Für eine erste Abschätzung erkennt man, dass die blaue Fläche ungefähr doppelt so groß ist wie die rote, d.h. bei dem gezeigten System muss für rot ungefähr doppelt so lange belichtet werden wie für die blaue Farbe. Das Ergebnis ist ein prozentuales Verhältnis der Belichtungszeiten für die Farben Rot, Grün und Blau. Durch Normierung haben Sie dann für die zukünftige Arbeit eine gute Basis. Am Besten erledigt so eine Berechnung ein Tabellenkalkulationsprogramm wie Excel. Diese Ermittlung der Belichtungszeitverhältnisse stellt lediglich eine Abschätzung dar und zwar aus folgenden Gründen: