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für die Bewohner von Europa ist 2002 kein spektakuläres Finsternisjahr. Lediglich zwei Halbschattenfinsternisse des Mondes sind zu beobachten. Aber nur eine von den beiden, die vom 20. November, wird für eine beobachtbare Verfärbung des Vollmondes sorgen. Global gesehen findet noch eine dritte Halbschattenfinsternis des Mondes, eine ringförmige Sonnenfinsternis und eine totale Sonnenfinsternis statt. Somit kommt es im Jahre 2002 zu insgesamt fünf Finsternissen.
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26 Mai, 14:03 |
Halbschattenfinsternis des Mondes |
Max. 71.5% des Monddurchmessers im Halbschatten der Erde. |
Der Pazifik und angrenzende Küstengebiete |
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11. Juni, 01:48 |
Ringförmige Sonnenfinsternis |
Dauer der zentralen Phase im lokalen Mittag: 18 Sekunden. |
Pazifik (siehe karte) |
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24. Juni, 23:27 |
Halbschattenfinsternis des Mondes |
Max. 23.5% des Monddurchmessers im Halbschatten der Erde |
Europa, Afrika, erzeugt jedoch kaum einen sichtbaren Effekt auf den Vollmond |
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20. November, 02:47 |
Halbschattenfinsternis des Mondes |
Max. 88.6% des Monddurchmessers im Halbschatten der Erde |
Europa, Afrika, Amerika (ohne Nordwesten) |
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04. Dezember 07:34 |
Totale Sonnenfinsternis |
Max. Dauer der totalen Phase im lokalen Mittag: 2 Minuten 08 Sekunden. |
Angola, Namibia, Botswana, Südafrika, Mosambik, Indischer Ozean, Australien. |
Finsternisse des Jahres 2002. Zeitangaben je nach Jahreszeit in
MEZ oder MESZ und beziehen sich auf den globalen Höhepunkt.
Zum Zeitpunkt der Finsternis ist der Mond zu weit von der Erde entfernt, als dass sein Kernschatten den Boden erreicht. Deshalb kann der Mond die Sonne nicht vollständig abdecken und selbst dort, wo Sonnenmittelpunkt und Mondmitte scheinbar hintereinander stehen, bleibt ein Ring der Sonne selbst sichtbar, zuviel als das die Korona sichtbar würde. Allerdings fehlt bei dieser Finsternis nur ganz wenig bis zur totalen Finsternis.
Der Pfad der ringförmigen Finsternis berührt kaum trockenes Land. Er beginnt in der Celebeessee und zieht mit nordöstlichem Kurs Richtung offener Pazifik. Die Talaud-Insel und ein paar der südlichen Marianen-Inseln sind die einzige Landberührung. Aufgrund der Kugelgestalt der Erde nimmt die Distanz zum Mond ab, während die Zone der ringförmigen Finsternis nach Osten eilt. Die Dauer der ringförmigen Finsternis sinkt zu Mittag nördlich von Hawaii auf unter 18 Sekunden und der Mond deckt dort beinahe die ganze Sonne ab.
Während sich die Finsternis weiter auf den amerikanischen Kontinent zu bewegt, nimmt die Distanz zum Mond wieder grösser und deshalb erscheint der Mond für einen Beobachter auf der Zentrallinie kleiner. Die Länge der ringförmigen Mondfinsternis nimmt zu und erreicht eine Minute Dauer, wenn kurz vor dem Ende bei Sonnenuntergang gerade noch die Mexikanische Westküste erreicht wird. Dies mag vielleicht der noch am leichtesten erreichbare Ort sein um ein Foto der Sonne zu schiessen, wie sie knapp über dem Meer als gleissender dünner Ring steht um darauf als schmale Sichel zu versinken.
Nach der sehr schönen totalen Sonnenfinsternis vom 21 Juni 2001 wird das südliche Afrika erneut vom Kernschatten des Mondes durchquert. Bei grossen Kinofilmen gilt oft, dass eine Fortsetzung nicht an die Erfolge des Originals anknüpfen kann. So ist es auch bei der Fortsetzung von Afrikas "Finsternis-Saga". Wetteraussichten und die Dauer der totalen Phase sind deutlich schlechter. Dennoch sollte man beachten, dass diese Finsternis bis 2006 die letzte Totale sein wird, die in vernünftig erreichbaren Gebieten stattfinden wird.
Der Kernschatten berührt die Erde zum Ersten Mal bei Sonnenaufgang über dem Atlantik vor der Küste Afrikas. Er berührt kurz darauf die Küste von Angola an derselben Stelle, die schon 2001 von ihm getroffen wurde. Dieses mal geht der Kurs jedoch mit höherer Geschwindigkeit rasch gegen Südosten. Auch Sambia liegt erneut auf dem Kurs des Kernschattens. Dieses Jahr leider im unzugänglichen Gebiet zwischen Zambesi und Angola. Das Staatsgebiet von Namibia wird im äussersten Nordosten getroffen. Wegen der kaum bewachten Grenze zum Bürgerkriegsland Angola ist dies ebenfalls kein Beobachtungsplatz.
Botswana bietet den ersten erreichbaren Ort auf dem Finsternispfad. Beim Überqueren der nach Norden führenden Hauptstrasse ist die Dauer der totalen Finsternis immerhin auf bereits etwa 70 Sekunden bei ca. 30 Grad Horizonthöhe angewachsen. Der Schatten läuft weiter an der Grenze Botswana - Simbabwe entlang und berührt auch den äussersten Norden von Südafrika. In den erreichbaren Gebieten Botswana und Südafrika ist die Chance auf gutes Wetter in der Jahreszeit (Südsommer) etwa 50%, wobei der Norden Südafrikas eine leicht bessere Statistik aufweist. An der Küste von Mosambik verlässt die Finsternis schliesslich das Festland bei mit 90 Sekunden Totalität und 50 Grad Höhe der Sonne.
Der Schatten überquert dann den südlichen Indischen Ozean. In den landlosen Weiten wird die maximale Dauer von 2 Minuten und 8 Sekunden erreicht. Der Kernschatten berührt knapp vor Sonnenuntergang noch die Küste Australiens. Die Finsternis ist dort nur noch ganz knapp Total mit 30 Sekunden Dauer auf der Zentrallinie.
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