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Sterne und Planeten im Jahr 2002

Abendhimmel Richtung Westen am 5. Mai. 
Abendhimmel Richtung Westen am 5 Mai 2002. Anfang Mai findet man alle klassischen Planeten ¸ber dem Westhorizont (hier als Animation). Graphik R. Brodbeck.
 

Das Jahr 2002 ist das zweite Jahr im 21. Jahrhundert und im 3. Jahrtausend nach Christus. Es ist kein Schaltjahr und dauert 365 Tage. Das Ereignis des Jahres wird um den 18. November stattfinden. Die Erde wird dann zum letzten Mal für lange Zeit die dichten Regionen der Leoniden-Sternschnuppen passieren. Daneben bietet der gestirnte Himmel immer eine Reihe von interessanten Konstellationen und Phänomenen.

Sternenhimmel

Der Anblick des Sternenhimmels ändert sich ebenfalls im Jahreszyklus. Da die meisten Leute am Abend und weniger am Morgen zu den Sternen empor blicken, wird der Abendhimmel nach Sonnenuntergang beschrieben. In den ersten drei Monaten dominiert der Orion den Sternenhimmel. Sternwarten Besucher können das berühmte Sternentstehung Gebiet "der grosse Orion-Nebel" bewundern. Im April versinkt der Orion und mit ihm die Wintermilchstrasse in der immer später einsetzenden Abenddämmerung. Ein an hellen Sternen eher armes Gebiet rund um das Sternbild Löwe beherrscht den Abendhimmel.

In der zweiten Sommerhäfte beherrscht die Sommermilchstrasse die Nacht. Richtung Süden blicken wird dann in etwa in Richtung des galaktischen Zentrums und damit auch in Richtung der sternenreichsten Gegend unseres Sternenhimmels.

Die auf dem geflügelten Pferd Pegasus sitzende Andromeda löst schliesslich im Herbst die Sommermilchstrasse ab, obwohl diese sich dank der immer früher einsetzenden Dunkelheit relativ zäh am Himmel hält. Hinter dem Sternbild Andromeda erkennt man in dunklen Nächten schon von blossem Auge die 2.7 Millionen Lichtjahre entfernte grosse Galaxie M31 "der grosse Andromedanebel".

Mit dem erscheinen von Fuhrmann, Plejaden und Orion in der ersten Nachthälfte schliesst sich im November und Dezember die jährlich immer gleiche Abfolge der Sternbilder. Erst im Laufe der Jahrtausende ändert sich diese "Jahreszeiten der Sternbilder".

Planeten

 Abendhimmel Richtung Westen am 5. Mai.
Saturn taucht am Mondhorizont auf. Foto R. Brodbeck.
 

Die klassischen Planeten (Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn) sind am Sternenhimmel auffällige Objekte. Es braucht somit kein besonderes Geschick sie zu finden. Merkur wird im Januar und Anfang Mai gut am Abendhimmel zu sehen sein. Venus wird uns ab ca. April als Abendstern scheinen und erst wieder Ende Oktober im Glanz der Sonne verschwinden. Mars befindet sich während des ganzen Jahres mehr oder weniger jenseits der Sonne und seht somit für die Beobachtung ungünstig. Jupiter und Saturn bleiben bis weit in das Frühjahr hinein auffällig am Abendhimmel. Beide werden einmal vom Europa aus sichtbar vom Mond bedeckt. Am 23. Februar Jupiter und am 16. April Saturn In der zweiten Jahreshälfte dominieren die beiden Gasplaneten dann die Zeit zwischen Mitternacht und Morgendämmerung.

Finsternisse

Mond zum Höhepunkt der Halbschattenfinsternis. 
Mond im Halbschatten am 20.11. CalSKY.
 

Europa geht 2002 fast leer aus. Von Europa aus werden nur zwei die Halbschattenfinsternisse des Mondes am 24 Juni um 23 Uhr 27 Sommerzeit und am 20. November um 02 Uhr 47 Winterzeit zu beobachten sein. Halbschattenfinsternisse sind jedoch wenig auffällig.

Global gesehen wird es 5 Finsternisse im Jahr 2002 geben. Neben den bereits erwähnten Halbschattenfinsternissen wird es noch eine dritte für Europa unbeobachtbare Halbschattenfinsternis des Mondes am 26. Mai geben. Weitere Mondfinsternisse gibt es nicht. Am 10./11. Juni im pazifischen Raum zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis, die zur Mitte ñ nördlich von Hawaii ñ beinahe in eine totale übergeht. Richtig total wird die Finsternis vom 4. Dezember. Diese findet für Europa unbeobachtbar in den Morgenstunden statt, und verläuft über den Süden Afrikas, den indischen Ozean und endet über Australien.

Künstliche Satelliten

Die grössten künstlichen Satelliten wie die Internationale Raumstation ISS und das Space-Shuttle sind in der Dämmerung leicht zu beobachten, wenn ein Überflug stattfindet. Auch viele weitere Satelliten ziehen im Laufe von Minuten als mehr oder weniger helle Sterne über den Himmel. Da die Bahnen der Satelliten dauernd korrigiert und verändert werden, kann keine langfristige Prognose erstellt werden, wann welcher Satellit günstig in der Abenddämmerung auftaucht. Deshalb muss man via Internet sich die Sichtbarkeiten möglichst nur wenige tage im Voraus berechnen lassen, z.B. bei CalSKY von astro!nfo.



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20.12.2006 23:46 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

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