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Sterne und Planeten im Jahr 2003

Simulation des Anblick des Mars im Laufe des Jahres 2003

Zunahme und Abnahme der scheinbaren Grösse des Mars für Beobachter mit Fernrohr. Anblick des Mars jeweils zum 1. Januar 2003, 1. März, 1. Mai, 1. Juli, 1. September, 1. November und 1. Januar 2004 um Mitternacht. Graphik A. Barmettler, CalSKY.com.

 

Das Jahr 2003 ist das dritte Jahr im 21. Jahrhundert und im 3. Jahrtausend nach Christus. Es ist kein Schaltjahr und dauert 365 Tage. Zwei besondere astronomische Ereignis hat 2003 aufzuweisen: Einerseits der Merkurtransit (Merkur steht für ein paar Stunden als winziger schwarzer Punkt vor der Sonne) am 7. Mai und die Rekord-Erdnähe des Mars am 27. August. Weiter werden 2 Sonnenfinsternisse und 2 Mondfinsternisse stattfinden. Beide Mondfinsternisse und eine Sonnenfinsternis werden von Europa aus zumindest teilweise beobachtbar sein. Daneben bietet der gestirnte Himmel immer eine Reihe von interessanten Konstellationen und Phänomenen.

Sternenhimmel

Der Anblick des Sternenhimmels ändert sich ebenfalls im Jahreszyklus. Da die meisten Leute am Abend und weniger am Morgen zu den Sternen empor blicken, wird der Abendhimmel nach Sonnenuntergang beschrieben. In den ersten drei Monaten dominiert der Orion den Sternenhimmel. Sternwartenbesucher können das berühmte Sternentstehungs-Gebiet "der grosse Orion-Nebel" bewundern. Im April versinkt der Orion und mit ihm die Wintermilchstrasse in der immer später einsetzenden Abenddämmerung. Ein an hellen Sternen eher armes Gebiet rund um das Sternbild Löwe beherrscht dann den Abendhimmel.

In der zweiten Sommerhäfte beherrscht die Sommermilchstrasse die Nacht. Richtung Süden blicken wird dann in etwa in Richtung des galaktischen Zentrums und damit auch in Richtung der sternenreichsten Gegend unseres Sternenhimmels.

Die auf dem geflügelten Pferd Pegasus sitzende Andromeda löst schliesslich im Herbst die Sommermilchstrasse ab, obwohl diese sich dank der immer früher einsetzenden Dunkelheit relativ zäh am Himmel hält. Hinter dem Sternbild Andromeda erkennt man in dunklen Nächten schon von blossem Auge die 2.7 Millionen Lichtjahre entfernte grosse Galaxie M31 "der grosse Andromedanebel".

Mit dem Erscheinen von Fuhrmann, Plejaden und Orion in der ersten Nachthälfte schliesst sich im November und Dezember die jährlich immer gleiche Abfolge der Sternbilder. Erst im Laufe der Jahrtausende ändert sich diese "Jahreszeiten der Sternbilder".

Planeten

Die klassischen Planeten (Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn) sind am Sternenhimmel auffällige Objekte. Es braucht somit kein besonderes Geschick sie zu finden. Merkur wird im April gut am Abendhimmel zu sehen sein. Die beste Morgensichtbarkeit des Merkurs findet Ende Oktober bis Anfang November statt. Venus wird uns bis im März als auffälliger Morgenstern begleiten. In der fortgeschrittenen Morgendämmerung wird man die Venus bis Anfang Juli aufsuchen können. Ab November wird Venus als Abendstern gläzen.

Von Mars wird man im Sommer und Herbst viel lesen und hören. Am 27. August kommt der rote Planet Mars der Erde so nahe, wie seit 1924 nicht mehr. Genaue Berechnungen zeigen, dass Mars sogar noch der Erde noch etwas näher kommt als 1924 und damit der Erde so nahe stehen wird, wie seit Jahrtausenden nicht mehr. In den Monaten August und September wird Mars wie ein roter, sehr heller Stern den Nachthimmel stehen. Für Amateurastronomen ergibt sich eine sehr gute Gelegenheit, ein paar Oberflächenformationen auf dem Mars zu erkennen.

Jupiter und Saturn sind in der ersten Jahreshälfte am Abendhimmel zu sehen. Saturn bis Mitte Mai und Jupiter bis Mitte Juli. Ab Herbst kann man die beiden grössten Planeten unseres Sonnensystems am Morgenhimmel beobachten. Uranus und Neptun sind nur mit einem Fernglas oder noch besser einem Fernrohr auffindbar. Die beste Zeit diese erst in der Neuzeit entdeckten Planeten zu beobachten sind die Monate August und September. Pluto bleibt dem sehr gut ausgerüsteten, fortgeschittenen Amateurastronomen vorbehalten.

Finsternisse

Europa erlebt 2003 ein vergleichsweise finsternisreiches Jahr. Zunächst tritt am 7. Mai Merkur für ein paar Stunden vor die Sonnenscheibe, es findet ein Merkurtransit statt. Von blossem Auge wird man den im Vergleich zur Sonne winzige Merkur nicht erkennen, es wird auch nicht dunkler, so wie bei einer "echten" "Sonnenfinsternis". Für den Amateurastronomen ist dies die erste Gelegenheit seit 1972, einen solchen Merkurtransit in voller Länge von Mitteleuropa aus zu beobachten.

Am frühen Morgen des 16. Mai findet eine totale Mondfinsternis statt. Für den deutschen Sprachraum wird der Vollmond wärend der totalen Phase untergehen, so dass nur die erste Hälfte dieser Mondfinsternis für uns beobachtbar sein wird. Von der ringfömigen Sonnenfinsternis am 31. Mai in Island sieht man von deutschen Sprachraum aus bei Sonnenaufgang eine tiefe partielle Phase. Die zweite totale Mondfinsternis, die in der Nacht vom 8. auf den 9. November stattfindet, sieht man von Europa aus in ihrer vollen Länge. Nur die totale Sonnenfinsternis vom 23./24. November entgeht Mitteleuropa vollständig. Der Kernschatten des Mondes streift über die Antarktis.

 Simulation der ringförmigen 
  Ringförmige Sonnenfinsternis am 31. Mai über Reykjavik. Simulation von CalSKY.
 

Leider gibt es im Jahre 2003 für Europa keine wirklich spektakulären Sternbedeckungen durch den Mond. Global gesehen ist die Bedeckung des Mars am 17. Juli die bedeutenste Bedeckung. Sie ist von der Karibik sowie von der Südspitze Floridas aus zu sehen.

Besonders erwähnenswert sind dieses Jahr die Phänomene der vier grossen Jupitermonde. In den ersten Monaten des Jahres 2003 finden gegenseitige Phänomene der Jupitermonde statt. Das heisst, dass die Monde sich gegenseitig bedecken oder der eine Mond im Schatten des anderen verschwindet.

Künstliche Satelliten

Die grössten künstlichen Satelliten wie die Internationale Raumstation ISS und das Space-Shuttle sind in der Dämmerung leicht zu beobachten, wenn ein Überflug stattfindet. Auch viele weitere Satelliten ziehen im Laufe von Minuten als mehr oder weniger helle Sterne über den Himmel. Da die Bahnen der Satelliten dauernd korrigiert und verändert werden, kann keine langfristige Prognose erstellt werden, wann welcher Satellit günstig in der Abenddämmerung auftaucht. Deshalb muss man via Internet sich die Sichtbarkeiten möglichst für nur wenige Tage im Voraus berechnen lassen, am Besten bei CalSKY von astro!nfo.



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20.12.2006 23:46 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

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