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Sterne und Planeten im Jahr 2005

Simulation; Venus vor der Sonnenscheibe am 8. Juni

Simulation des Vorübergangs der Venus vor der Sonnenscheibe. Graphik A. Barmettler, CalSKY.com.

 

Das Jahr 2005 ist das fünfte Jahr im 21. Jahrhundert und im 3. Jahrtausend nach Christus. Es ist kein Schaltjahr und dauert 365 Tage. Von besonderer Bedeutung ist die ringförmige Sonnenfinsternis am 3. Oktober 2005 in Spanien. Im deutschen Sprachraum (Deuschland, Oesterreich und die Schweiz) ist diese Sonnenfinsternis partiell beobachtbar (nur mit geeignetem Augenschutz). Daneben bietet der gestirnte Himmel immer eine Reihe von interessanten Konstellationen und Phänomenen.

Sternenhimmel

Der Anblick des Sternenhimmels ändert sich ebenfalls im Jahreszyklus. Da die meisten Leute am Abend und weniger am Morgen zu den Sternen empor blicken, wird der Abendhimmel nach Sonnenuntergang beschrieben. In den ersten drei Monaten dominiert der Orion den Sternenhimmel. Sternwartenbesucher können das berühmte Sternentstehungs-Gebiet "der grosse Orion-Nebel" bewundern. Im April versinkt der Orion und mit ihm die Wintermilchstrasse in der immer später einsetzenden Abenddämmerung. Ein an hellen Sternen eher armes Gebiet rund um das Sternbild Löwe beherrscht dann den Abendhimmel.

In der zweiten Sommerhäfte beherrscht die Sommermilchstrasse die Nacht. Richtung Süden blicken wird dann in etwa in Richtung des galaktischen Zentrums und damit auch in Richtung der sternenreichsten Gegend unseres Sternenhimmels.

Die auf dem geflügelten Pferd Pegasus sitzende Andromeda löst schliesslich im Herbst die Sommermilchstrasse ab, obwohl diese sich dank der immer früher einsetzenden Dunkelheit relativ zäh am Himmel hält. Hinter dem Sternbild Andromeda erkennt man in dunklen Nächten schon von blossem Auge die 2.7 Millionen Lichtjahre entfernte grosse Galaxie M31 "der grosse Andromedanebel".

Mit dem Erscheinen von Fuhrmann, Plejaden und Orion in der ersten Nachthälfte schliesst sich im November und Dezember die jährlich immer gleiche Abfolge der Sternbilder. Erst im Laufe der Jahrtausende ändert sich diese "Jahreszeiten der Sternbilder".

Planeten

Die klassischen Planeten (Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn) sind am Sternenhimmel auffällige Objekte. Es braucht kein besonderes Geschick sie zu finden.

Merkur

Merkur wird Mitte März gut am Abendhimmel zu sehen sein. Die besten Morgensichtbarkeiten des Merkurs finden Anfang Januar, Ende August und Mitte Dezember statt.

Venus

Venus in der zweiten Jahreshälfte als auffälliger Abendstern glänzen. Nur zu Jahresbeginn kann Sie noch als Morgenstern gesehen werden.

Mars

Mars wird im November eine recht nahe Begegnung mit der Erde haben. Die Distanz wird mit 69 Millionen Kilometer nicht so gering wie im Jahre 2003 doch gibt es auch Vorteile gegenüber 2003. Mars wird in Mitteleuropa höher über dem Horizont stehen. Dadurch wird für uns der Anblick des Mars weniger durch die turbulente Erdatmosphäre gestört, so dass wir trotz etwas grösserer Entfernung etwa gleich viele Details auf Mars erkennen werden wie 2003.

Jupiter

Jupiter ist zu Jahresbeginn erst lange nach Sonnenuntergang zu sehen. Erst im Frühjahr wird er ein Objekt der ganzen Nacht. Am Abendhimmel wird man Jupiter von April bis August auffällig sehen können. Anfang September stehen Venus und Jupiter in derselben Richtung und bilden ein sehr auffälliges Paar heller Sterne am Abendhimmel. Man wird − wie leider auch schon − Leute finden, die es den Astronomen nicht abnehmen, dass es sich dabei um natürliche Gestirne handelt.

Saturn

Saturn ist in der ersten Jahreshälfte beobachtbar, wobei die Monate Januar und Februar die beste Saturnzeit darstellt. Zur Zeit ist Saturn und seine Monde besonders im Fokus der Forschung, da die Raumsonde Cassini seit Juli 2004 den Ringplaneten umkreist. Am 14. Januar 2005 wird die europäische Sonde Huygens auf dem Saturnmond Titan landen.

Uranus und Neptun

Uranus und Neptun sind nur mit einem Fernglas oder noch besser einem Fernrohr auffindbar. Die beste Zeit diese erst in der Neuzeit entdeckten Planeten zu beobachten, ist sind die Monate August - Oktober.

Pluto

Pluto bleibt dem sehr gut ausgerüsteten, fortgeschittenen Amateurastronomen vorbehalten. In den Monaten April - August kann man versuchen, mit grossen Amateurteleskopen fotografisch das grösste Objekt des songenannten Kuiper Asteroidengürtels aufzuspüren.

Finsternisse

Europa erlebt 2005 ein vergleichsweise finsternisarmes Jahr. Nur die ringförmige Sonnenfinsternis in Spanien am 3. Oktober wird als partielle Finsternis auch in Mitteleuropa zu sehen sein,.

 Simulation der partiellen Sonnenfinsternis 3. Okt. 05  
  Paritelle Sonnenfinsternis 3. Oktober 2005 für Zürich. Simulation von CalSKY.com.
 
 Simulation der ringförmigen Sonnenfinsternis vom 3. Okt. 05  
  Ringförmige Sonnenfinsternis am 3. Oktober 2005 in Madrid. Simulation von CalSKY.com.
 

Bedeckungen von Sternen durch den Mond

Für Mitteleuropa ist noch zu erwähnen, dass am frühen Morgen des 4. Februar und in der Nacht vom 26. auf den 27. April der helle Stern Antares vom Mond bedeckt wird. Das Erreignis ist nicht überall beobachtbar. Vorhersagen für Ihren Beobachtungsort finden Sie unter CalSKY.com.

Künstliche Satelliten

Die grössten künstlichen Satelliten wie die Internationale Raumstation ISS und das Space-Shuttle sind in der Dämmerung leicht zu beobachten, wenn ein Überflug stattfindet. Auch viele weitere Satelliten ziehen im Laufe von Minuten als mehr oder weniger helle Sterne über den Himmel. Da die Bahnen der Satelliten dauernd korrigiert und verändert werden, kann keine langfristige Prognose erstellt werden, wann welcher Satellit günstig in der Abenddämmerung auftaucht. Deshalb muss man via Internet sich die Sichtbarkeiten möglichst für nur wenige Tage im Voraus berechnen lassen, am Besten bei CalSKY.com.



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20.12.2006 23:47 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

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