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Sterne und Planeten im Jahr 2006

Weg der totalen Sonnenfinsternis vom 29. März 06

Weg des Kernschattens des Mondes über Afrika, Türkei und Asien. Rendering vom GoogleEarth™, Finsternispfad von A. Barmettler, CalSKY.com.

 

Das Jahr 2006 ist das sechste Jahr im 21. Jahrhundert und im 3. Jahrtausend nach Christus. Es ist kein Schaltjahr und dauert 365 Tage. Von besonderer Bedeutung ist die totale Sonnenfinsternis am 29. März 2006 in Nordafrika und der Türkei. Im deutschen Sprachraum (Deutschland, Österreich und die Schweiz) ist diese Sonnenfinsternis partiell beobachtbar (nur mit geeignetem Augenschutz). Eine partielle Mondfinsternis wird am Abend des 7. Septembers beobachtbar sein. Der Merkurtransit (Vorübergang des Planeten Merkurs vor der Sonnenscheibe) findet für Europa unbeobachtbar in der Nacht vom 8. auf den 9. November statt.
Daneben bietet der gestirnte Himmel immer eine Reihe von interessanten Konstellationen und Phänomenen.

Sternenhimmel

Der Anblick des Sternenhimmels ändert sich ebenfalls im Jahreszyklus. Da die meisten Leute am Abend und weniger am Morgen zu den Sternen empor blicken, wird der Abendhimmel nach Sonnenuntergang beschrieben. In den ersten drei Monaten dominiert der Orion den Sternenhimmel. Sternwartenbesucher können das berühmte Sternentstehungs-Gebiet "der grosse Orion-Nebel" bewundern. Im April versinkt der Orion und mit ihm die Wintermilchstrasse in der immer später einsetzenden Abenddämmerung. Ein an hellen Sternen eher armes Gebiet rund um das Sternbild Löwe beherrscht dann den Abendhimmel.

In der zweiten Sommerhälfte beherrscht die Sommermilchstrasse die Nacht. Richtung Süden blicken wird dann in etwa in Richtung des galaktischen Zentrums und damit auch in Richtung der sternenreichsten Gegend unseres Sternenhimmels.

Die auf dem geflügelten Pferd Pegasus sitzende Andromeda löst schliesslich im Herbst die Sommermilchstrasse ab, obwohl diese sich dank der immer früher einsetzenden Dunkelheit relativ zäh am Himmel hält. Hinter dem Sternbild Andromeda erkennt man in dunklen Nächten schon von blossem Auge die 2.7 Millionen Lichtjahre entfernte grosse Galaxie M31 "der grosse Andromedanebel".

Mit dem Erscheinen von Fuhrmann, Plejaden und Orion in der ersten Nachthälfte schliesst sich im November und Dezember die jährlich immer gleiche Abfolge der Sternbilder. Erst im Laufe der Jahrtausende ändert sich diese "Jahreszeiten der Sternbilder".

Planeten

Die klassischen Planeten (Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn) sind am Sternenhimmel auffällige Objekte. Es braucht kein besonderes Geschick sie zu finden.

Merkur

Merkur wird Ende Februar und Mitte Juni gut am Abendhimmel zu sehen sein. Die besten Morgensichtbarkeiten des Merkurs finden Mitte August und von Ende November bis Anfang Dezember statt.

Venus

Venus ist im Jahr 2006 von Mitte Januar bis Anfang Oktober Morgenstern. Erst zum Jahreswechsel von 2006 auf 2007 wird sie am Abendhimmel auftauchen.

Mars

Mars wird in der ersten Jahreshälfte am Abendhimmel zu sehen sein. Jedoch nur in den Monaten Januar und Februar ist der rote Planet auffällig. Gegen Ende 2006 wird Mars am Morgenhimmel wie ein nur mässig auffälliger rötlicher Stern auftauchen.

Jupiter

Jupiter ist zu Jahresbeginn nur in der zweiten Nachthälfte zu sehen. Erst im April wird er ein Objekt der ganzen Nacht. Am Abendhimmel wird man Jupiter von Mai bis September auffällig sehen können.

Saturn

Saturn ist in der ersten Jahreshälfte beobachtbar, wobei die Monate Januar und Februar die beste Saturnzeit darstellt. Am Abendhimmel beobachtbar bleibt er bis und mit Mai. Ab September ist Saturn am Morgenhimmel zu sehen. Zur Zeit ist Saturn und seine Monde besonders im Fokus der Forschung, da die Raumsonde Cassini seit Juli 2004 den Ringplaneten umkreist.

Uranus und Neptun

Uranus und Neptun sind nur mit einem Fernglas oder noch besser einem Fernrohr auffindbar. Die beste Zeit diese erst in der Neuzeit entdeckten Planeten zu beobachten, ist sind die Monate August - Oktober.

Pluto und der "10. Planet"

Pluto bleibt dem sehr gut ausgerüsteten, fortgeschrittenen Amateurastronomen vorbehalten. In den Monaten April - August kann man versuchen, mit grossen Amateurteleskopen fotografisch das erste entdeckte Objekt des sogenannten Kuiper-Asteroidengürtels aufzuspüren (Pluto). Im Jahre 2006 wird die Internationale Astronomische Union (IAU) über den Planetenstatus des Plutos neu entscheiden. Das bisher grösste entdeckte Objekt im Kuipergürtel, 2003 UB313 (grösser als Pluto) lässt sich mit grösseren Amateurteleskopen und gekühlter CCD-Kamera von März bis Mai fotografieren. Sowohl für Pluto als auch für 2003 UB313 sind detaillierte Positionsangaben notwendig (hier) um die Objekte zu finden.

Mehr dazu in unserem Pluto-Dossier.

Finsternisse

Europa erlebt 2006 ein durchschnittliches Finsternisjahr. In Mitteleuropa wird man die totale Sonnenfinsternis in der Türkei 29. März als partielle Finsternis zu sehen sein. Ebenso kann man in den frühen Abendstunden die partielle Mondfinsternis vom 7. September beobachten. Der Merkurtransit vom 8. November und die ringförmige Sonnenfinsternis am 22. September bleiben in Mitteleuropa unbeobachtbar. Jedoch wäre die Halbschattenfinsternis des Mondes in der Nacht vom 14. auf den 15 März beobachtbar. Halbschattenfinsternisse sind jedoch eher unspektakulär.

 Simulation der partiellen Sonnenfinsternis 29. März. 06  
  Partielle Sonnenfinsternis 29. März 2006 für Zürich. Simulation von CalSKY.com.
 
 Simulation der partiellen Mondfinsternis vom 7. Sep. 06  
  partielle Mondfinstenis am 7. September. Simulation von CalSKY.com.
 

Bedeckungen von Sternen durch den Mond

Für Mitteleuropa ist noch zu erwähnen, dass am Abend des 12. Septembers sowie am frühen Morgen des 4. Dezembers Sterne der Plejaden (Sternhaufen im Sternbild Stier) vom Mond bedeckt werden. Das Ereignis ist nicht überall in voller Länge beobachtbar. Vorhersagen für Ihren Beobachtungsort finden Sie unter CalSKY.com.

Künstliche Satelliten

Die grössten künstlichen Satelliten wie die Internationale Raumstation ISS und das Space-Shuttle sind in der Dämmerung leicht zu beobachten, wenn ein Überflug stattfindet. Auch viele weitere Satelliten ziehen im Laufe von Minuten als mehr oder weniger helle Sterne über den Himmel. Da die Bahnen der Satelliten dauernd korrigiert und verändert werden, kann keine langfristige Prognose erstellt werden, wann welcher Satellit günstig in der Abenddämmerung auftaucht. Deshalb muss man via Internet sich die Sichtbarkeiten möglichst für nur wenige Tage im Voraus berechnen lassen, am Besten bei CalSKY.com.

Kometen

Für den besser ausgerüsteten Amateurastronomen gibt es immer ein paar beobachtbare Kometen. Seltener ist es, wenn ein Komet so hell wird, dass er in einem Fernglas sichtbar wird. Auch ist eine Prognose der Helligkeit nicht einfach. Ende 2005 war nur der Komet Schwassmann-Wachmann (73P) bekannt, der es dank einer sehr nahen Begegnung (min. Distanz 12 Mio. km) mit der Erde am 12. Mai es schaffen kann, bequem mit einem Fernglas beobachtbar zu werden. Eine automatisch aktualisierte Datenbank gibt es bei CalSKY.com.



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20.12.2006 23:47 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

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