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![]() Globale Sichtbarkeit der Sonnenfinsternis vom 1.8.2008. Grafik von Thomas Baer/Arnold Barmettler. |
Das Jahr 2008 ist das achte Jahr im 21. Jahrhundert und im 3. Jahrtausend nach Christus.
Es ist ein Schaltjahr und dauert 366 Tage. Von den vier Finsternissen sind drei von Europa aus beobachtbar: Eine totale Mondfinsternis am Morgen des 21. Februar, eine partielle Sonnenfinsternis am Mittag des 1. August 2008 und eine partielle Mondfinsternis am Abend des 16. August. Der Mond bedeckt in diesem Jahr die Plejaden und die Planeten Mars und Venus.
Daneben bietet der gestirnte Himmel immer eine Reihe von interessanten Konstellationen und Phänomenen.
Der Anblick des Sternenhimmels ändert sich ebenfalls im Jahreszyklus. Da die meisten Leute am Abend und weniger am Morgen zu den Sternen empor blicken, wird der Abendhimmel nach Sonnenuntergang beschrieben. In den ersten drei Monaten dominiert der Orion den Sternenhimmel. Sternwartenbesucher können das berühmte Sternentstehungs-Gebiet "der grosse Orion-Nebel" bewundern. Im April versinkt der Orion und mit ihm die Wintermilchstrasse in der immer später einsetzenden Abenddämmerung. Ein an hellen Sternen eher armes Gebiet rund um das Sternbild Löwe beherrscht dann den Abendhimmel.
In der zweiten Sommerhälfte beherrscht die Sommermilchstrasse die Nacht. Richtung Süden blicken wird dann in etwa in Richtung des galaktischen Zentrums und damit auch in Richtung der sternenreichsten Gegend unseres Sternenhimmels.
Die auf dem geflügelten Pferd Pegasus sitzende Andromeda löst schliesslich im Herbst die Sommermilchstrasse ab, obwohl diese sich dank der immer früher einsetzenden Dunkelheit relativ zäh am Himmel hält. Hinter dem Sternbild Andromeda erkennt man in dunklen Nächten schon von blossem Auge die 2.7 Millionen Lichtjahre entfernte grosse Galaxie M31 "der grosse Andromedanebel".
Mit dem Erscheinen von Fuhrmann, Plejaden und Orion in der ersten Nachthälfte schliesst sich im November und Dezember die jährlich immer gleiche Abfolge der Sternbilder. Erst im Laufe der Jahrtausende ändert sich diese "Jahreszeiten der Sternbilder".
Die klassischen Planeten (Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn) sind am Sternenhimmel auffällige Objekte. Es braucht kein besonderes Geschick sie zu finden.
Merkur
Merkur findet man wenige Male pro Jahr tief am Horizont, in der Richtung, wo die Sonne zuvor untergegangen ist oder in gut einer Stunde bis halben Stunde aufgehen wird. Er ist in dieser günstigen Zeit ein heller, weisser Stern in der Dämmerung.
Merkur wird in der zweiten Hälfte Januar und im Mai gut am Abendhimmel zu sehen sein. Die beste Morgensichtbarkeit des Merkurs findet in der zweiten Hälfte Oktober statt.
Venus
Venus kann man nicht verfehlen, wenn sie in der Dämmerung oder in der Nacht über dem Horizont steht. Sie ist immer mit Abstand das auffälligste Gestirn (nach Sonne und Mond), so dass viele an ein künstliches Objekt glauben, bis hin zum UFO. Ihr Licht ist weiss.
Venus ist im Jahr 2008 bis April Morgenstern, jeweils nicht sehr hoch in der Morgendämmerung. Ab August wird Venus bis März 2009 den Abendhimmel regieren.
Mars
Wenn Mars alle 2 Jahre in Erdnähe kommt (zuletzt im Winter 2007/2008), kann er zum sehr auffälligen orange-roten Stern werden. In der übrigen Zeit ist Mars zwar ein recht heller Stern, der aber die Helligkeit der hellsten Fixsterne nicht übertrifft. Man erkennt ihn an seinem im Vergleich mit den Fixsternen ruhigen rötlichen Licht.
Mars bleibt bis Oktober als rötlicher Stern am Abendhimmel beobachtbar, verliert aber seit seiner Opposition am 24. Dezember 2007 rasch an Helligkeit (am 24. Dezember 2007 bei -1.6 Grössenklassen, Ende Februar: 0. Grösse, Juni: 1.5 Grösse). Ab Mitte Oktober kann er nicht mehr beobachtet werden.
Jupiter
Der grösste Planet im Sonnensystem leuchtet hell und weiss. Wenn nicht gerade die Venus in derselben Blickrichtung zu finden ist, so überstrahlt er seine Umgebung bei weitem. Wie bei der Venus glaubt mancher, dass so etwas Helles irgend etwas Künstliches sein muss. Somit ist es kein Problem, den Planeten zu finden, wenn er über dem Horizont steht. Im Fernglas sieht man drei bis vier schwache Sternchen, die ihn begleiten. Das sind seine vier grössten Monde.
Jupiter taucht im Januar vor Sonnenaufgang auf, ab Juni bereits gegen Mitternacht. In Opposition steht Jupiter am 9. Juli und ist damit am besten von Juni bis September beobachtbar. Gegen Ende Jahr verschwindet der Planet in der Abenddämmerung.
Saturn
Saturn ist nicht ganz so hell wie Jupiter. Trotzdem kann er es in der Helligkeit mit den allerhellsten Sternen aufnehmen. Sein Licht ist gelblich und ruhig. Dieses Jahr (2008) bewegt sich Saturn (scheinbar) im Sternbild Löwe.
Saturn ist in der ersten Jahreshälfte beobachtbar, wobei die Monate Januar bis März die beste Saturnzeit darstellt. Am Abendhimmel beobachtbar bleibt er bis und mit Juli. Ab Oktober ist Saturn am Morgenhimmel zu sehen. Zur Zeit ist Saturn und seine Monde besonders im Fokus der Forschung, da die Raumsonde Cassini seit Juli 2004 den Ringplaneten umkreist.Uranus
Wer schon gut Sternbilder anhand von Sternkarten auffindet, kann fernab von störendem Kunstlicht versuchen, diese ferne Welt von blossem Auge zu entdecken. Die Zeit um Mitternacht im August und September ist dafür am Geeignetsten. Da Uranus in unseren Breiten nach wie vor nicht sehr hoch über den Südhorizont steigt, ist es auch für den erfahrenen Beobachter sehr schwierig, diesen Planeten ohne optische Hilfe zu entdecken. In südlicheren Breiten, unter einem sehr klaren Himmel, mag es problemloser möglich sein. In den kommenden Jahren wird sich die Situation bessern, wenn Uranus sich langsam Richtung Norden bewegt.
Die Beobachtung von Uranus ist in den Monaten Mai - November möglich, zuerst nur am Morgenhimmel, zuletzt nur noch nach der Abenddämmerung.
Neptun
Neptun kann nicht von blossem Auge gesehen werden. Theoretisch würde ein Fernglas genügen. In der Praxis ist aber ein Amateurteleskop notwendig, um in Eindeutig von den Sternen zu unterscheiden.
Die beste Zeit um den erst in der Neuzeit entdeckten Planeten Neptun mit einem Teleskop zu beobachten sind die Monate Mai - Oktober.
Zwergplanet Ceres
Der Zwergplanet Ceres steht in diesem Jahr nicht in Opposition zur Sonne und kann bis April durch ein kleines Teleskop und einer Sternkarte als Sternchen von rund 8.5 Grössenklasse gefunden werden.
Zwergplaneten Pluto und Eris
Der bis 2006 äusserste der Planeten in unserem Sonnensystem wurde im Jahr 2006 zum Zwergplanet degradiert. Das erst im 20. Jahrhundert entdeckte Objekt ist am Himmel schwächer als etliche Planetoiden (kilometergrosse Brocken, die sich wie die Planeten auf einer Umlaufbahn um die Sonne befinden). Die Beobachtung muss anhand detaillierter Sternkarten vorbereitet werden. Hat man mit einem Teleskop von mindestens 30 cm Öffnung (Durchmesser des Objektivs oder Hauptspiegels) Pluto gefunden, ist er nur ein Sternchen, das sich nicht von den anderen schwachen Sternchen im Blickfeld unterscheidet. Im Laufe von Tagen verrät er sich dann dann durch seine Bewegung gegenüber den Fixsternen.
In den Monaten April bis August kann man versuchen, mit grossen Amateurteleskopen fotografisch das erste entdeckte Objekt des sogenannten Kuiper-Asteroidengürtels aufzuspüren (Pluto). Im Jahre 2006 entschied die Internationale Astronomische Union (IAU) über den Planetenstatus des Plutos und machte ihn zum Zwergplaneten. Das bisher grösste entdeckte Objekt im Kuipergürtel, Zwergplanet Eris (vormals 2003 UB313, grösser als Pluto) lässt sich mit grösseren Amateurteleskopen und gekühlter CCD-Kamera von März bis Mai fotografieren. Sowohl für Pluto als auch für Eris sind detaillierte Positionsangaben notwendig (hier) um die Objekte zu finden.Das Jahr 2008 ist für Europa ein ausgiebiges Finsternisjahr. Mit Ausnahme der ringförmigen Sonnenfinsternis am 7. Februar sind alle anderen Finsternisse im deutschen Sprachraum zu beobachten. Die totale Mondfinsternis am 21. Februar spielt sich frühmorgens ab, während die große partielle Mondfinsternis am 16. August in die Abendstunden nach Mondaufgang fällt. Am Schweizer Nationalfeiertag, 1. August, ereignet sich um die Mittagszeit eine kleine partielle Sonnenfinsternis, die in Sibirien und China über 2 Minuten total wird.
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Für Mitteleuropa bedeckt der Mond den hellen Planeten Venus am 1. Dezember. Das Ereignis ist nach Sonnenuntergang in voller Länge beobachtbar. Mars wird am Mittag des 10. Mai vom zunehmenden Mond bedeckt, was wegen der geringen Helligkeit von Mars von 1.3 Grössenklasse nur bei klarer Atmosphäre beobachtbar sein wird. Vorhersagen für Ihren Beobachtungsort finden Sie unter CalSky.com.
![]() Der Mond gibt nach der Bedeckung den hellen Planeten Venus am Abend des 1. Dezember wieder frei. Grafik von Arnold Barmettler. |
Für Mitteleuropa ist noch zu erwähnen, dass der Mond vier Mal Sterne der Plejaden (Sternhaufen im Sternbild Stier) bedeckt. Ebenso kommt es Mehrfach zu einer Bedeckung eines weiteren hellen Sternhaufens, der Krippe im Krebs (Praesepe). In diesem Jahr kommt es zu keiner Bedeckung heller Sterne. Für mit Teleskopen ausgerüstete Sternfreunde gibt es allerdings laufend beobachtbare Sternbedeckungen. Vorhersagen für Ihren Beobachtungsort finden Sie unter CalSky.com.
Die grössten künstlichen Satelliten wie die Internationale Raumstation ISS und das Space-Shuttle sind in der Dämmerung leicht zu beobachten, wenn ein Überflug stattfindet. Auch viele weitere Satelliten ziehen im Laufe von Minuten als mehr oder weniger helle Sterne über den Himmel. Im Sommer sind die ganze Nacht über Satelliten beobachtbar, ansonsten sind diese nur in der Dämmerung zu sehen. Da die Bahnen der Satelliten dauernd korrigiert und verändert werden, kann keine langfristige Prognose erstellt werden, wann welcher Satellit günstig in der Abenddämmerung auftaucht. Deshalb muss man via Internet sich die Sichtbarkeiten möglichst für nur wenige Tage im Voraus berechnen lassen, am Besten bei CalSKY.com.
Für den besser ausgerüsteten Amateurastronomen gibt es immer ein paar beobachtbare Kometen. Seltener ist es, wenn ein Komet so hell wird, dass er in einem Fernglas sichtbar wird. Auch ist eine Prognose der Helligkeit nicht einfach, wie dies beispielhaft der Herbst-Komet vom 2007 gezeigt hat: Der periodische Komet 17P/Holmes hellte Ende Oktober 2007 innerhalb von Stunden sensationell um das 250'000-fache auf. Damit wurde er vom unscheinbaren und nur für Spezialisten sichtbaren Sternlein 16. Grösse zu einem auffälligen Objekt für Jedermann mit rund 2.5 Grösse. Eine automatisch aktualisierte Datenbank gibt es bei CalSky.com.
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