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Jupiter

Der Planet Jupiter.
Rendering von A. Barmettler.  
Der Planet Jupiter. Rendering von A. Barmettler, CalSKY   
  

Jupiter ist mit 140'000 km Durchmesser der grösste Planet in unserem Sonnensystem. Er besitzt mehr Masse als alle anderen Planeten zusammengenommen. Nur die Sonne ist noch 1000 x schwerer als Jupiter. Trotzdem muss sich auch die Sonne aufgrund der Jupiterschwerkraft etwas bewegen. Jupiter und Sonne kreisen einmal in 12 Jahren um ihren gemeinsamen Schwerpunkt. Der liegt nicht in der Sonnenmitte sondern ca. an der Sonnenoberfläche. Somit ist es nur näherungsweise richtig, wenn man sagt, die Sonne ruhe in der Mitte des Planetensystems.

Jupiter umläuft die Sonne (oder eben genauer den Schwerpunkt des Sonnensystems) in 5x grösserem Abstand als die Erde. Trotzdem ist Jupiter an unserem Himmel ein sehr auffälliges Gestirn. Er erscheint dem blossen Auge als Stern, der heller ist als alle Fixsterne. Bereits im Fernglas kann man die im Jahre 1610 von Galilei entdeckten vier grossen Monde als Sternchen erkennen. Im Fernrohr kann man Details seiner Wolken und Wettersysteme erkennen. Er erscheint dem Betrachter nicht kreisrund, sondern abgeplattet. Da sein Tag nur 9 Stunden und 55 Minuten dauert, sind die Fliehkräfte an seinem Äquator stark genug, um ihn zu einem deutlichen Ellipsoid zu verformen.

Wie die Sonne besteht auch Jupiter aus Wasserstoff und Helium. Die beiden Gase sind die leichtesten und häufigsten chemischen Elemente im Weltall. Man spricht auch vom Gasplaneten Jupiter, da es unter den Wolken keine feste Oberfläche gibt. Jedoch darf man nicht die Vorstellung haben, dass man nun mit einem Raumschiff einfach durch Jupiter hindurch fliegen könne wie durch eine Wolke. Bereits wenige tausend Kilometer unter der obersten Wolkenschicht ist der Druck der Atmosphäre so hoch, dass der Wasserstoff eher einem elektrisch leitenden Metall denn einem Gas ähnelt.

Der Planet Jupiter und sein Mond Io.  
Der Mond Io und sein Schatten auf den Wolkenbänder von Jupiter. NASA   
  

Man kennt inzwischen 63 Monde. Interessant sind aber vor allem die vier grossen Galileischen Monde. Io und Europa sind die inneren beiden Galileischen Monde und sind etwa so gross wie der Mond der Erde. Die starken Gezeitenkräfte des Jupiter halten ihr Inneres jedoch warm, so dass sie auch heute noch geologisch aktiv sind. Einschlagkrater sind auf ihrer Oberfläche so selten wie auf der Erde. Io weist eine grosse Zahl aktiver Vulkane auf und Europa ist von einem Ozean umgeben, der sich unter einem kilometerdicken Eispanzer verbirgt. Ganymed und Kallisto sind etwa so gross wie der Planet Merkur. Sie sind Welten aus Eis. Nur Io besitzt eine, wenn auch hauchdünne Atmosphäre (weniger als 1 Pascal = 10 mbar Bodendruck) aus Vulkangasen.

Voyager 1 nähert sich dem Jupiter. NASA.  
Voyager 1 nähert sich Jupiter im Laufe von 60 Jupiter-Tagen im 1979, » grösser. NASA.   
  

Die Erforschung des Jupiter profitierte besonders von Raumsondenvorbeiflügen. Bisher haben sieben Raumfahrzeuge den Jupiter besucht. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Mission Galileo, die eine Atmossphärensonde aussetzte und seit 1995 den Jupiters umkreist und detailreiche Aufnahmen des Riesenplaneten und seiner grossen Monde zurückfunkte. Auch das Weltraumteleskop Hubble hat viel zur Erforschung des Jupiters beigetragen. Beispielsweise konnte mit dem Weltraumteleskop der Einschlag von 24 Kometentrümmern auf Jupiter verfolgt werden.



  
  Jupiter in Zahlen
  Distanz zur Sonne1    778'412'000 km
  Exzentrizität    0.04892
  Umlaufzeit    11.862615 J
  Min. Dist. z. Erde    590'800'000 km
  Max. Winkeldurchm.    49.9"
  Äquatorradius    71'492 km
  Abplattung2    0.064874
  Masse    1'898.8·10 24 kg
  Dichte    1'330 kg/m3
  Rotationszeit3    0.41354 Tage
  Schwerkraft4    2.36 g
  Mittl. Temperatur5    -110°C
  Neigung der Achse    1.30530°
  Atmosphäre    H2, He
  Anzahl Monde    63
 
Quelle: The Astronomical Almanac u.a.
 
1 Grosse Halbachse
2 (Äquator minus Pol)/Äquator
3 Auf die Sterne bezogen (siderisch)
4 Am Äquator, 1g = 9.81 m/s2
5 Atmosphärentemperatur bei 1 bar Druck
J = Jahre
 

Jupiter selbst beobachten

Jupiter ist immer heller als alle Fixsterne. Somit kann man ihn nicht verfehlen, auch wenn man nur ganz grob weiss, in welcher Himmelsrichtung er zu finden ist. In einem Fernglas sieht man bereits die vier grossen Monde als kleine Sternchen. Ein Teleskop zeigt viele Details in seinen Wolkenbändern. Manchmal sieht man auch den Schatten eines Mondes als dunkles Fleckchen über den Jupiter ziehen.

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13.09.2008 00:04 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

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