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Diesen Herbst werden wir eine eindrückliche Marsnähe erleben. Diese Übersicht informiert Sie, wann, wo und wie gut Mars zu sehen sein wird.
![]() Scheinbare Grösse des Mars jeweils zum Monatsersten von Sept. 05 bis Jan. 06. Simulation A. Barmettler, CalSKY.com. |
Etwa alle zwei Jahre und zwei Monate überholt die schneller um die Sonne kreisende Erde den langsameren, weiter entfernt von der Sonne seine Bahn ziehenden Mars. Nicht jede Begegnung − der Fachbegriff heisst Opposition − bietet gleich günstige Beobachtungsbedingungen. Noch in Erinnerung ist die Rekordnähe von Mars Ende August 2003. Ganz so nahe wird uns Mars dieses Mal nicht kommen, doch auch diese Erdnähe ist besonders für die Bewohner der Nordhalbkugel eine der günstigsten innerhalb von etwa 20 Jahren.
Noch dauert es einige Wochen bis zur minimalen Distanz. Trotzdem ist bereits jetzt Mars ein auffälliges Gestirn, wenn man nachts etwas länger aufbleibt. Anfang September geht Mars bereits vor 23 Uhr auf. Bis Ende Monat verfrüht sich der Aufgang auf 21 Uhr. Spätestens dann wird Mars auch wieder auf dem Beobachtungsprogramm der öffentlichen Volkssternwarten zu finden sein.
Als auffälliger rötlicher Stern wird Mars in der späteren ersten Nachthälfte Richtung Osten zu finden sein. Im Laufe der zweiten Nachthälfte ist er dann eher Richtung Süden am frühen Morgen zu finden. Auch für Fernrohrbesitzer dürfte Mars nun interessant werden. Die Distanz ist jetzt gering genug, dass auf dem kleinen Marsscheibchen bereits einige grobe Details zu erkennen sein werden. Bei der letzten Marsnähe im Jahre 2003 gelangen Amateurastronomen zum Teil erstaunliche Marsbilder. Nun ist es Zeit, die Ausrüstung wieder auf Mars zu richten und dann für die Erdnähe gerüstet zu sein.
![]() Anblick des Sternenhimmels Richtung Osten am 30. Oktober 05, 21 Uhr. Mars befindet sich östlich (rechts) des Sterbildes Stier. Simulation R. Brodbeck. |
Die minimale Distanz von 69.4 Mio. Kilometern wird Mars am frühen Morgen des 30. Oktober erreichen. Die exakte Oppositionsstellung folgt ein paar Tage später am 7. November 8:57 MEZ. Zu dieser Zeit wird der Mars als auffälliger roter Stern bei Sonnenuntergang im Nordosten aufgehen, um Mitternacht hoch im Süden stehen und erst in der Morgendämmerung im Nordwesten untergehen. Im Fernrohr übertrifft er einen scheinbaren Durchmesser von 20 Bogensekunden. Um Mitternacht wird Mars dann hoch über dem Südhorizont zu sehen sein. Die hohe Stellung macht Mars für uns Mitteleuropäer etwas unempfindlicher für die Luftunruhe (Seeing). Dies dürfte für etwa ähnlich gute Bedingungen für Fernohrbeobachtungen sorgen wie 2003. Damals erschien Mars zwar etwas grösser im Fernrohr, stand aber für uns deutlich tiefer. Mars wird dann das wohl auffälligste Objekt am Sternenhimmel sein, nur in den frühen Abendstunden ist noch Venus tief im Südwesten etwas heller.
Mars steht im Dezember nach dem Ende der Dämmerung am Abend bereits recht hoch am Himmel und die beste Beobachtungszeit verlagert sich in die Zeit vor Mitternacht. Erst im Laufe der ersten Monate des Jahres 2006 wird die Entfernung zu Mars wieder grösser, der Planet scheint weniger hell am Abendhimmel und verliert wieder an Attraktivität für Fernrohrbeobachter (der scheinbare Durchmesser des Mars verringert sich erst am 18. Januar 2006 auf 10 Bogensekunden). Nicht so für die Raumfahrt, denn im März 2006 wird ein neuer grosser Satellit den Mars erreichen: der Mars Reconnaissance Orbiter. Etliche weitere Raumfahrzeuge sind aktiv auf Mars oder in einer Umlaufbahn: Drei Satelliten und zwei Fahrzeuge. Darunter auch der europäische Satellit Mars Express.
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