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Der Planet Merkur

Der Planet Merkur   
Merkursichel. Rendering A. Barmettler.   
 

Der seit der Antike bekannte Merkur hat von allen Planeten die engste Umlaufbahn um die Sonne. Seine Distanz zur Sonne beträgt nur rund einem Drittel der Distanz zwischen Sonne und Erde. Auch ist er mit Ausnahme von Pluto der kleinste Planet. Aufgrund seiner Nähe zur Sonne steht er an unserem Himmel nie weit von der Sonne entfernt.

Merkur ist der sonnennächste Planet, eine kleine, heisse Welt. Für Beobachter von der Erde entfernt er sich nur etwa 25° von der Sonne. Der Planet geht somit meist fast zeitgleich mit der Sonne auf und unter. Nur wenige Wochen im Jahr sind die Sichtverhältnisse ausreichend, um den Planeten für kurze Zeit noch in der Dämmerung als recht hellen Stern sichtbar werden zu lassen. Im Teleskop erscheint der Merkur dann als kleines mehr oder weniger halbmondförmiges Scheibchen. Nur mit moderner Elektronik lassen sich auf digitalen Bildern von der Erde aus ein paar grobe Details erkennen. Vor dem Raumfahrzeitalter wusste man eigentlich nur, dass er keine Atmosphäre besitzt und nicht einmal halb so gross ist wie die Erde.

  
  Merkur in Zahlen
  Distanz zur Sonne1    57'909'000 km
  Exzentrizität    0.20564
  Umlaufzeit    0.2408467 J
  Min. Dist. z. Erde    82'130'000 km
  Max. Winkeldurchm.    12.3"
  Äquatorradius    2'439.7 km
  Abplattung2    0
  Masse    0.3302·10 24 kg
  Dichte    5430 kg/m3
  Rotationszeit3    58.6462 Tage
  Schwerkraft4    0.38 g
  Mitl. Temperatur5    167°C
  Neigung der Achse   
  Atmosphäre    keine
  Anzahl Monde    keine
 
Quelle: The Astronomical Almanac u.a.
 
1 Grosse Halbachse
2 (Äquator minus Pol)/Äquator
3 Auf die Sterne bezogen (siderisch)
4 Am Äquator, 1g = 9.81 m/s2
5 Auf der festen Oberfläche
J = Jahre
 

Nur eine einzige Raumsonde hat Merkur bisher besucht: die amerikanische Raumsonde Mariner 10 umkreiste Merkur 1974/75. Sie zeigte eine tote Welt ohne Atmosphäre und vielen Krater. Lediglich die mit der Erde vergleichbare Dichte und ein schwaches aber deutlich ausgeprägtes Magnetfeld hat die Wissenschaftler etwas überrascht. In ewig im Schatten liegenden Kratern an den Polen des Merkurs glaubt man mit Radar Eisablagerungen nachgewiesen zu haben.

Merkur selbst beobachten

Der Merkur steht immer relativ nahe bei der Sonne am Himmel. Nur selten entfernt er sich mehr als eine gespreizte Handbreit von der Sonne. Unter günstigen Bedingungen (siehe Jahresübersicht) kann er am Abendhimmel als relativ heller Stern in der Richtung gesehen werden, in der maximal 90 Minuten zuvor die Sonne untergegangen ist. Dasselbe gilt analog für den Morgenhimmel - Merkur geht dann bis zu 90 Minuten von der Sonne auf.

Wer ein Amateurteleskop besitzt, kann Merkur als rundliches oder sichelförmiges Scheibchen beobachten. Die Details seiner Oberfläche können nur mit Raumsonden oder den Instrumenten der professionellen Astronomen sichtbar gemacht werden.

Merkurtransit - Merkur vor der Sonne

Simulation des Beginns des Transits 2003 (A. Barmettler)

7. Mai 2003: Merkur tritt vor die Sonnenscheibe. Simulation von A. Barmettler, CalSKY.

Der sonnennächste Planet Merkur kreist innerhalb der Erdbahn. Dabei steht er im Mittel alle 116 Tage zwischen Erde und Sonne (untere Konjunktion). Doch genau so, wie es nicht bei jedem Neumond eine Sonnenfinsternis gibt, steht auch Merkur nicht bei jeder unteren Konjunktion genau genug zwischen uns und der Sonne, dass wir uns in seinem Schatten aufhalten würden. Nur wenn Merkur bei einer unteren Konjunktion maximal wenige Tage zuvor oder danach auch die Ebene der Erdbahn durchstösst, also durch einen seiner beiden Bahnknoten läuft, trifft der Merkurschatten die Erde.

Von der Erde aus gesehen ist dieser Merkurdurchgang eine ringförmige Sonnenfinsternis, wobei ein nur von blossem, aber mit spezieller Finsternisbrille ausgestatteter Beobachter, nichts erkennen wird. Für die Beobachtung des etwa alle 10 Jahre stattfindenden Ereignis ist ein speziell ausgerüstetes Teleskop notwendig. Ab besten erkundigen Sie sich vor einem solchen Ereignis, ob Ihre Sternwarte öffentliche Führungen am Tag des Merkurtransits abhalten wird.

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20.12.2006 23:46 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

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