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Der Planet Neptun

Der Planet Neptun. Rendering
von A. Barmettler
Der Planet Neptun. Rendering von A. Barmettler.

Neptun kreist nochmals anderthalb mal weiter von der Sonne entfernt als Uranus und 30 mal weiter weg als die Erde. Obwohl Neptun etwa gleich gross ist wie Uranus erscheint er am irdischen Himmel zu schwach, um von blossem Auge gesehen zu werden. Ein kleines Teleskop ist notwendig, um ihn sicher zu identifizieren. Auch erscheint er in den Teleskopen der Volksternwarte noch als Scheibchen.

Details seiner Wolken lassen sich nur mit den Profi-Instrumenten wie dem Hubble-Weltraumteleskop beobachten. Bis heute sind bei Neptun 13 Monde gezählt worden. Neptun hat neben zahlreichen kleinen Monden auch einen etwas grösseren Mond: Triton. Triton kreist als seltene Ausnahme im Sonnensystem entgegen dem Rotationssinn seines Mutterplaneten.

Der Planet Neptun. Rendering
von A. Barmettler
Die Raumsonde Voyager 2 fotografierte 1989 die Neptunringe, die hier durch die Abdeckung des hellen Neptun zum Vorschein kommen. © JPL/NASA.

Entdeckt wurde Neptun aufgrund seiner Schwerkraftwirkung auf den Planeten Uranus. Die Fortschritte in der Positionsbestimmung der Gestirne und der Himmelsmechanik im Laufe des 19. Jahrhunders machten dies möglich. Der Mathematiker Urbain J.J. Leverrier und der Engländer John C. Adams hatten 1846 zeitgleich die Störungen der Uranusposition als Wirkung eines noch weiter aussen kreisenden Planeten erkannt und konnten auch ungefähre Position des unbekannten Planeten abschätzen. Bei der Royal Astronomical Society, wo Adams seine Arbeit vorlegte, fanden die Berechnungen wenig Beachtung. Leverrier versuchte sein Glück in Deutschland und teilte zur gleichen Zeit dem an der Berliner Sternwarte arbeitenden Johann Galle das Ergebnis seiner Berechnungen mit. Galle und sein Assistent Heinrich D'Arrest fanden den Planeten als grünliches Scheibchen schon in der ersten Nacht, so genau waren die Berechnungen. Ein Deutscher hatte das Rennen gemacht, sehr zum Ärger der Engländer.

Der Neptunmond Triton.
Der grösste Neptunmond Triton, aufgenommen als die Raumsonde Voyager 2 1989 am Planetensystem vorbeiflog. Bereits sind einige topografischen Details erkennbar. © JPL/NASA.

Erst mit dem Vorbeiflug der Raumsonde Voyager II 1989 gelang ein erster und bisher einziger Blick in die Details dieser Welt am Rande des Planetensystems. Wie Jupiter ist Neptun ebenfalls ein Gasplanet, der im Wesentlichen aus Wasserstoff und Helium besteht. Zur Zeit des Voyager-Vorbeifluges konnte ein grosser weisser Fleck beobachtet werden. Ebenfalls verfügt Neptun über ein Ringsystem.

Neptuns Atmosphäre besteht im Wesentlichen aus Wasserstoff, Helium und Methan. Eine feste Oberfläche besitzt der Planet nicht. Auf dem Niveau von 1 Bar Druck beträgt die Temperatur -200 Grad. Tief im Inneren geht die Atmosphäre in einen Mantel aus teilweise flüssigen eisartigen Stoffen (Wasser, Methan, Ammoniak) über. Das Zentrum von Neptun bildet ein schwererer (aus Silikaten bestehender?) flüssiger Kern, der etwa die Masse der Erde hat.

  
  Neptun in Zahlen
  Distanz zur Sonne1   4'498'253'000 km
  Exzentrizität    0.01060
  Umlaufzeit    164.79132 J
  Min. Dist. z. Erde   4'310'600'000 km
  Max. Winkeldurchm.    2.4"
  Äquatorradius    24'764 km
  Abplattung2    0.017081
  Masse    102.97·1024 kg
  Dichte    1650 kg/m3
  Rotationszeit3    0.67125 Tage
  Schwerkraft4    1.12 g
  Mittl. Temperatur5    -200°C
  Neigung der Achse    29.58°
  Atmosphäre    H2, He, CH4
  Anzahl Monde    13
 
Quelle: The Astronomical Almanac u.a.
1 Grosse Halbachse
2 (Äquator minus Pol)/Äquator
3 Auf die Sterne bezogen (siderisch)
4 Am Äquator, 1g = 9.81 m/s2
5 Atmosphärentemperatur bei 1 bar Druck
J = Jahre
 

Sein grösster Mond Triton besitzt einen eisigen Hauch aus Stickstoff als Atmosphäre. Die Temperaturen sind aber so tief, dass Sticktoff auch flüssig und gefroren vorkommen kann. Auf den Bildern der Voyager-Raumsonden sind auch aktive vulkanische Gebiete auf dem nur gut 2000 km grossen Mond zu sehen. Durch den "falschen" Umlaufsinn wirken starke Gezeitenkräfte auf den Mond, die offenbar sein Inneres ausreichend warm halten.

Neptun selbst beobachten

Neptun ist nicht mehr von blossem Auge beobachtbar. Er sollte zwar als Sternchen mit einem Fernglas auffindbar sein, doch ist ein Teleskop empfehlenswert. Im mittelgrossen Amateurteleskop zeigt sich Neptun als bläulich-grünliches winziges Scheibchen. Details sind nicht zu erkennen. Auch der Mond Triton ist nur sehr gut ausgerüsteten Amateurastronomen vorbehalten.

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17.10.2008 10:23 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

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