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In der Antike war mit Planet ein wandernder, d.h. im Laufe der Tage merklich seine Position zu den Fixsternen ändernder Stern gemeint. Damals waren Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn bekannt. Genau genommen müsste man nach der antiken Definition auch die Sonne und der Mond mitzählen.
Nach der Erfindung des Fernrohrs (um 1608) entdeckte William Herschel am 13. März 1781 den siebten Planeten unseres Sonnensystems: Uranus, der außerhalb des Saturns die Sonne umkreist. Am 1. Januar 1801 entdeckte Giuseppe Piazzi die nur mit kleinen Teleskopen beobachtbare Ceres. Kurz darauf gab es weitere Entdeckungen von ähnlichen Objekten zwischen Mars und Jupiter. Im Jahr 1846, als Johann Gottfried Galle am 23. September den ausserhalb Uranus kreisenden Neptun fand, war die Anzahl Planeten auf 13 angestiegen. Weil sich die Neuentdeckungen von Objekten zwischen der Mars- und Jupiterbahn nach der Neptun-Entdeckung zu sehr häuften und die Objekte zwischen Mars und Jupiter um Grössenordnungen kleiner waren als alle klassischen Planeten, wurde diesen der Planetenstatus wieder aberkannt. Nur noch Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun galten als Planeten.
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Am 13. März 1930 entdeckte Clyde W. Tombaugh ein Objekt, das sich meistens ausserhalb der Neptunbahn befindet, den Pluto. Da zuerst seine Grösse überschätzt wurde, sah man in ihm bis zum Jahre 2006 den 9. Planeten. Es zeigte sich jedoch Ende des 20. Jahrhunderts, dass er nur ein Objekt unter vielen ist, die sich (meist) ausserhalb der Neptunbahn befinden. Als mit 2003 UB313 (heute: Eris) sogar ein Objekt ausserhalb der Neptunbahn gefunden wurde, das größer als Pluto ist, musste der Begriff "Planet" neu definiert werden. So wurde in der Entschliessung der Internationalen Astronomischen Union IAU vom 24. August 2006 der Begriff "Planet" neu formuliert.
Zudem wurden die Körper im Sonnensystem in drei Kategorien eingeteilt: Die acht "klassischen" Planeten (und nur die gelten als Planeten!), die Zwergplaneten sowie weitere Kleinkörper des Sonnensystems. Dieser Kompromiss war nötig, da Pluto faktisch zum Zwergplaneten deklassiert wurde, man ihm aber trotzdem noch einen besonderen Status aus historischen wie auch politischen Gründen zugestehen wollte. Es wurde vielfach darauf hingewiesen, dass Pluto, wäre er erst vor ein paar Jahren entdeckt worden, direkt als Kleinplanet bzw. transneptunisches Objekt (TNO) klassiert worden wäre und sich solche Diskussionen erübrigt hätten.
Die Bezeichnung "Kleinplaneten" kann zwar in Zukunft weiter verwendet werden, die IAU propagiert an ihrer Stelle aber "Kleinkörper im Sonnensystem" (engl. Small Solar System Bodies oder SSSB), um Verwechslungen mit den Zwergplaneten zu vermeiden.
Die IAU hat 2006 den Begriff "Planet" so formuliert, dass nur noch Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun als Planeten gelten, also der Zustand von 1846 wieder hergestellt wurde. Die Definition lautet:
| Ein Himmelskörper ist ein Planet, wenn er … | ||
| … | sich auf einer Bahn um die Sonne befindet und | |
| … | über eine ausreichende Masse verfügt, um durch seine Eigengravitation eine annähernd runde Form (hydrostatisches Gleichgewicht) zu bilden und | |
| … | die Umgebung seiner Bahn bereinigt hat (d.h. kaum weitere Körper auf ähnlichen Umlaufbahn vorkommen) und | |
| … | kein Mond ist. | |
Demnach ist Pluto nun ein Zwergplanet, ebenso wie Ceres und Eris.
Nicht geklärt in der endgültigen Fassung wurde die Frage, ob ein grosser Mond, bzw. Charon, auch als Planet bzw. Doppelplanet bezeichnet werden kann, wenn das Baryzentrum des Systems zwischen den beiden liegt.
Als Zwergplaneten gelten 2007 Ceres, Pluto (ohne sein Begleiter Charon) sowie Eris. Weitere Zwergplaneten werden sicherlich noch folgen. Als Abgrenzung der Planeten von den Zwergplaneten wird im Englischen "has cleared the neighbourhood around its orbit" verwendet, was soviel bedeutet, dass ein Planet der grösste Körper in seiner Umgebung/Umlaufbahn sein muss. Und genau dieser Punkt trifft bei Pluto, welcher als kleinerer Körper die Neptunbahn kreuzt, nicht zu.
| Ein Himmelskörper ist ein Zwergplanet, wenn er … | ||
| … | sich auf einer Bahn um die Sonne befindet und | |
| … | über eine ausreichende Masse verfügt, um durch seine Eigengravitation eine annähernd runde Form (hydrostatisches Gleichgewicht) zu bilden und | |
| … | die Umgebung seiner Bahn nicht bereinigt hat (d.h. kaum weitere Körper auf ähnlichen Umlaufbahn vorkommen) und | |
| … | kein Mond ist. | |
Als bemerkenswertes Details steht am Rande noch zu lesen, dass die ebenfalls grossen Kleinplaneten Pallas, Vesta und Hygeia bisher noch zu wenig genau untersucht wurden und sich alle drei möglicherweise ebenfalls in einem hydrostatischen Gleichgewicht befinden könnten. Sollte sich dies tatsächlich bewahrheiten, wären auch diese drei Himmelskörper als Planeten, bzw. Zwergplaneten, zu bezeichnen.
Alle weiteren Objekte im Sonnensystem, welche nicht die Definition eines Planeten oder Zwergplaneten erfüllen, aber die Sonne umkreisen, sollen kollektiv als "Small Solar System Bodies" (SSSB) benannt werden. Es wird explizit auch erwähnt, dass man in Zukunft die Bezeichnung "Minor Planet" (Kleinplanet) nicht mehr verwenden möchte. Diese Klasse umfasst folgende Objekte:
Eine gute Frage aus dem Publikum des IAU-Kongresses wurde unter anderem zu Kometen mit hyperbolischen Bahnen gestellt. Per Definition wären diese durch keine der drei Kategorien abgedeckt, da sich diese Körper nicht im Orbit um die Sonne befinden, sondern ihr einmal nahe kommen und dann das Sonnensystem für immer verlassen. Dieser Einwand liess sich dann auch nicht vollständig aus dem Weg räumen.
Die IAU hat 2006 die Frage der Planeten anderer Sonnen nicht diskutiert, obwohl bereits über 200 solche Körper entdeckt wurden. In der aktuellen Definition sind im Weiteren auch die Exoplaneten mit keinem Wort erwähnt (so steht bei 5A-1 eindeutig "around the Sun" und nicht "around a Star"). Die IAU hat hier betont, dass sie sich bei dieser Definition ausschliesslich auf unser Sonnensystem konzentrieren will. Sind die extrasolaren Planeten aber schwerer als 13x die Masse des Jupiters (genauer: Deuteriumfusion kurzzeitig im Inneren des Objekts möglich), so bezeichnet man das Objekt als Brauner Zwerg und nicht mehr als Planet. Hier besteht also noch Nachholbedarf für eine zukünftige Erweiterung der Planeten-Definition.
Die IAU hat 2006 während der 26. General Assembly in Prag folgenden Vorschlag verabschiedet. Hier wird zum Schluss die vollständige Planetendefinition der IAU im Originalwortlaut wiedergegeben:
RESOLUTION 5A The IAU therefore resolves that "planets" and other bodies in our Solar System be defined into three distinct categories in the following way: (1) A "planet" 1] is a celestial body that (a) is in orbit around the Sun, (b) has sufficient mass for its self-gravity to overcome rigid body forces so that it assumes a hydrostatic equilibrium (nearly round) shape, and (c) has cleared the neighbourhood around its orbit. (2) A "dwarf planet" is a celestial body that (a) is in orbit around the Sun, (b) has sufficient mass for its self-gravity to overcome rigid body forces so that it assumes a hydrostatic equilibrium (nearly round) shape 2] , (c) has not cleared the neighbourhood around its orbit, and (d) is not a satellite. (3) All other objects 3] except satellites orbiting the Sun shall be referred to collectively as "Small Solar-System Bodies". ________________________________________ 1] The eight planets are: Mercury, Venus, Earth, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, and Neptune. 2] An IAU process will be established to assign borderline objects into either dwarf planet and other categories. 3] These currently include most of the Solar System asteroids, most Trans-Neptunian Objects (TNOs), comets, and other small bodies. ________________________________________ RESOLUTION 6A The IAU further resolves: Pluto is a "dwarf planet" by the above definition and is recognized as the prototype of a new category of trans-Neptunian objects.
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