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Der Mars Surveyor 2001 Orbiter, gestartet am 7. April 2001 hat am 20. Oktober 2001 in eine Marsumlaufbahn eingelenkt und mit drei wissenschaftlichen Experimenten in Ergänzung zum Mars Global Surveyor die Marsoberfläche zu untersuchen begonnen. Der ursprünglich geplante Rover Marie-Curie wurde für diese Mission gestrichen. Mehr zum Mars Surveyor 2001 Orbiter bei JPL/NASA.


Mars Polar Lander abgestürtzt

Update vom 25. Juni 2000

Im Zuge der gescheiterten Mars Polar Lander und Climate Orbiter Missionen, wurde das gesamte Marsprogramm der NASA genau unter die Lupe genommen und restrukturiert, um in Zukunft zuverlässigere Missionen durchzuführen und das Risiko für Pannen zu vermindern.

Washington veröffentlichte im Frühjahr 2000 vier Berichte, die den Pannen auf den Grund gehen.

Der Mars Polar Lander ist wahrscheinlich aus grosser Höhe auf den Marsboden abgestürtzt und zerschellt, da die Bremstriebwerke frühzeitig abgestellt haben. Als schon hoch über der Marsoberfläche die Landebeine ausgeklappt und arretiert wurden, gab es dabei einen kleinen Ruck, der von einem Sensor als Landung gedeutet wurde. Der Bordcomputer stellte daraufhin die Bremstriebwerke ab und der Polar Lander stürtzte im freien Fall auf den Mars ab.

Das Unglück hätte durch ausgeprägte Tests auf der Erde vermieden werden können. Die Software hätte zurückgesetzt werden müssen, damit der Ruck bei der Arretierung der Beine nicht als Landung verstanden worden wäre.

Erfolglose Suche vom Orbit aus

Kein Kontakt mit Mars Polar Lander
Mars Polar Lander
bleibt verschollen.
(Bild: a!/NASA/JPL)

Bis Anfangs Februar wurde erfolglos versucht mit dem Satellit Mars Global Surveyor aus seiner rund 400-km-hohen Marsumlaufbahn den Landefallschirm zu erspähen. Keines der Bilder zeigt eine Spur von Lander oder Fallschirm.

Zuerst vermuteten die Ingenieure der NASA, der Lander befinde sich in einem 'standby'-Modus, danach war das Absturzszenario immer wahrscheinlicher..
Die beiden Deep Space 2-Mikrosonden hatten Batterien mit einer geringen Lebensdauer. Auch wenn sie den Absturz überstanden haben, war es praktisch unmöglich, von den beiden noch ein Signal zu empfangen.


Folgend ein Überblick über die gescheiterte Mission:

Intro

Am 3. Dezember sollte die Raumsonde Mars Polar Lander (MPL) nach beinahe elfmonatiger Reise in der Nähe der Marssüdpoleiskappe landen.
Mars Polar Lander
Kurz vor der Landung
(Computerdarstellung)

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Skizze des Landevorgangs

Wenn alles planmässig verlaufen wäre, wäre die Landung von MPL etwa wie folgt zu Stande gekommen:
Rund 2'000 m über der Marsoberfläche wurden die beiden mitgeführten Deep Space 2-Mikrosonden Amundsen und Scott vom Landemodul getrennt. Das Landemodul wurde nach dem atmosphärischen Eintritt durch einen Fallschirm abgebremst und setzte nach wenigen Minuten mit seinen Bremsraketen sanft auf dem Marsboden auf. Hingegen schlugen die beiden vorher abgesprengten Deep Space 2-Sonden ohne Fallschirm mit 720 km/h auf den Mars auf und bohrten sich in den Boden ein. Erstmals wurden ährend des Abstiegs des Polar Landers Bilder (etwa 10) von der Marsoberfläche aufgenommen.

Landeplatz

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Geschichtete
Ablagerungen
MGS Aufnahme

Der vorgesehene Landeplatz befindet sich in der Südpolarregion von Mars in 76 ° südlicher Breite etwa 800 km vom Südpol entfernt auf etwa 4'000 m über Normalniveau.
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Übersichtsbild
Landeplatz

Da es auf dem Mars keinen Meeresspiegel gibt, ist das Normalniveau auf dem Mars durch das 6.1 mbar Luftdruckniveau definiert worden. Der Landeplatz befindet sich in einem Gebiet, das durch geschichtete Ablagerungen, sog. Polar Layered Deposits charakterisiert wird. Dabei handelt es sich um eine Wechsellagerung von Staub und Eis. Man vermutet, dass im Muster und in der Zusammensetzung dieser Ablagerungssequenzen die jüngere Klimageschichte des roten Planeten archiviert ist.

Mission des Mars Polar Landers

Während des Südsommers auf dem Mars werden an der Landestelle der Raumsonde Temperaturen von -60 bis -5 °C erwartet.
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Detailaufnahme
der Landestelle

In dieser Zeit werden neben zahlreichen Experimenten laufend Wetterdaten wie Temperatur, Druck, Feuchte, Windrichtung und -geschwindigkeit aufgezeichnet. Ein Roboterarm ermöglicht die Entnahme von Bodenproben, die im bordeigenem Labor automatisch analysiert werden.
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Die Instrumente

Dabei wird der Gehalt an Wasser, Kohlendioxid und wasserhaltigen Mineralien bestimmt. Ausserdem wird die Isotopenzusammensetzung von Sauerstoff und Kohlenstoff der Bodenproben und der Marsluft gemessen. Der Mars Polar Lander ist mit einer Stereokamera ausgerüstet, die auf einem 1.5 m langen, drehbaren Mast installiert wurde. Damit können 3D-Panoramabilder aufgenommen werden. Eine weitere Kamera ist am Roboterarm montiert. LIDAR - ein weiteres Instrument misst den Staubgehalt der Atmosphäre. Als Besonderheit ist auf LIDAR ein Mikrophon installiert. Damit wird es möglich sein Töne in der unmittelbaren Umgegung des Landers aufzuzeichnen, die beispielsweise durch Winde verursacht werden.
Etwa drei Monate nach der Landung neigt sich der Polarsommer langsam dem Ende zu und man rechnet damit, dass die Temperaturen unter die Betriebstemperatur der Elektronik sinken und diese dann nicht mehr funktioniert. Am 1.März 2000 sinkt die Sonne erstmals unter den Horizont - der Polarsommer ist dann zu Ende. Die Solarzellen des Landers können wegen der immer geringer werdenden Sonnenhöhe auch am Mittag nicht genug Strom erzeugen und die Sonde friert ein. Das südpolare Kohlendioxid-Eiskappe wird sich auch über den Polar Lander ausbreiten - es herrschen nun Temperaturen von -126 ° Celsius! Es besteht nur eine geringe Möglichkeit, dass die Sonde durch die Frühlingssonne im Jahre 2001 wieder aufgeweckt wird.

Deep Space 2: Amundsen und Scott

Die beiden Mikrosonden - zu Ehren der beiden Polar-Pioniere Scott und Amundsen benannt - sind für eine Raumsonde wirklich winzig:
Microprobe
Deep Space 2
Mikrosonde im
Marsboden

Der Durchmesser beträgt lediglich 35 cm und eine Mikrosonde bringt nur 3.6 kg auf die Waage!
Nachdem sie mit über 700 km/h auf den Marsboden einschlugen, bohrten sie sich in den Marsboden ein. Falls sie auf eine Eisoberfläche getroffen sind, beträgt die Eindringtiefe weniger als ein Meter, bei einer Staubschicht hingegen können sie bis zu zwei Meter tief in den Marsboden eingedrungen sein. Anschliessend wird mit einem Miniaturbohrer eine Bodenprobe herausgebohrt und auf seinen Wassergehalt hin untersucht und die Temperatur im Marsboden gemessen. Der Sinn und Zweck von Deep Space 2 liegt nicht nur der wissenschaftlichen Untersuchung des Marsbodens, sondern auch in der Möglichkeit, neue und kostengünstige Technologien zu testen. So stellt zum Beispiel der Verzicht auf einen Fallschirm oder Bremsraketen eine bedeutende Kostenersparnis dar.

Philipp Heck

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20.12.2006 23:46 Uhr, Philipp Heck

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