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Die Sterne

 

Das Sternbil Leier. Der helle Stern rechts oben ist die 26 Lichtjahre entfernte Vega. Die Vega ist eine Sonne, die 50x mehr Leistung hat als unsere Sonne. Foto: R. Brodbeck.

Im Volksmund bezeichnet man alle leuchtenden Punkte am Nachthimmel als Sterne. Die Astronomie entdeckte, dass die Sterne ferne Sonnen sind. Wenn man von blossem Auge an den Nachthimmel schaut, so sind alle Sterne solche fernen Sonnen, bis auf die fünf Planeten (Wandersterne), die man bereits vor dem antiken Griechenland kannte (*). Der Nachhimmel ist somit voller Sonnen.

Zur noch deutlicheren Unterscheidung zu den Planeten ist auch der Begriff Fixstern gebräuchlich. Die Planeten bewegen sich von Tag zu Tag ein gutes Stück. Die anderen Sterne bleiben - zumindest aus der Perspektive der begrenzten Lebensdauer eines Menschen - fix in den gedachten Muster der Sternbilder. Von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) sind 88 Sternbilder anerkannt. Diese Sternbilder sind vom Menschen willkürlich festgelegte, durch Koordinatenlinen begrenzte Gebiete am Sternenhimmel. Die einzige Eigenschaft, die Fixsterne eines Sternbildes gemeinsam haben, ist, dass sie von uns aus gesehen zufällig in derselben Richtung stehen.

Distanzen

Als es im 19. Jahrhundert gelang, die Distanz zu ein paar Fixsternen zu bestimmen, wusste man, dass es sich um ferne Sonnen handelte. Sie sind so weit entfernt, dass ihr Licht Jahre bis Jahrhunderte unterwegs war, um und zu erreichen. Das Licht unserer Sonne hingegen ist nur gut 8 Minuten unterwegs, bis es die Erde erreicht und hat nach 5 Stunden bereits den fernsten Planeten, Pluto, hinter sich gelassen.

Die zuverlässigste Distanzbestimmung verläuft wie die Vermessung auf der Erde, nämlich trigonometrisch (d.h. mit Geometrie). Im Laufe eines Jahres zeigt der Stern eine winzige Positionsänderung, da wir uns auf unserer Bahn um die Sonne etwas bewegt haben. Diese Positionsänderung ausgedrückt in Bogensekunden nennt man Parallaxe eines Sterns. Daher kommt auch das neben dem Lichtjahr ( = die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt) zweite in der Astronomie gebräuchliche Längenmass, nämlich die Parallaxensekunde. Das ist die Entfernung, in der ein Stern genau eine Parallaxe von einer Bogensekunde aufweist. Mit Satelliten kann man heute die Parallaxe und damit die Distanz vieler 10'000 Sterne bestimmen und mit geplanten neuen Instrumenten werden es in wenigen Jahren viel mehr sein.

Vielfalt der fernen Sonnen

Mit dem Fortschritt in der Beobachtungstechnik und der Möglichkeit aufwändige Simulationen in Computern durchzuführen, hat man viel über den Lebensweg verschiedener Sterne - auch über den unsrer Sonne - gelernt. Es gibt solche, die nur ein paar Millionen Jahre leben, dafür aber die Energieproduktion unserer Sonne bis um ein Faktor Million übertreffen. Diese sind zwar auffällig aber selten. Sterne wie unsere Sonne, die Gasbälle aus Wasserstoff und Helium sind, die durch Kernfusion ihren Energiebedarf über Milliarden Jahre decken können, sind recht häufig. Es gibt in unserer Galaxis viele Milliarden solcher Sonnen. Am häufigsten sind jedoch Sterne, die wesentlich weniger Energie produzieren als unsere. Hat ein Objekt weniger als 8% der Masse unserer Sonne so ist keine Kernfusion in seinem inneren möglich. Man nennt dieses Objekt nicht mehr Stern oder Sonne, sondern brauner Zwerg (**).

Die Sterne erzeugten durch Kernfusion alle chemischen Elemente, die schwerer sind als Helium. Nur Helium und Wasserstoff waren nach dem heissen Beginn des Weltalls entstanden. Da die Erde vor allem aus Elementen aufgebaut ist, die schwerer sind als Wasserstoff und Helium, sind wir und alles was uns umgibt somit zum überwiegenden Teil aus Materie aufgebaut, die einmal im Inneren einer Sonne war.

(*) Man müsste hier noch ein paar wenige Objekte hinzu fügen. Z.B. der grosse Orion-Nebel und die Andromeda-Galaxie, die auch keine Sterne und doch von blossem Auge sichtbar sind.

(**) Man spricht von einem braunen Zwerg wenn seine Masse zwischen 8% und 1.3% der Masse der Sonne liegt. Noch leichtere Objekte sind Planeten. Jupiter, der grösste Planet unseres Sonnensystems, hat 0.1% der Masse der Sonne.

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05.04.2007 20:21 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

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