RR-Lyrae ist der Prototyp einer Klasse von pulsierend veränderlichen Sternen. Die RR Lyrae Sterne zeigen ein periodischen Leuchtkraftwechsel von ca. einem Faktor 2 bis 3 mit einer Periode von Stunden bis einem Tag. Es handelt sich dabei um Sterne des Spektraltyps A seltener F. Sie liegen im HRD etwas oberhalb der Hauptreihe.
RV-Tauri-Sterne
Die nach RV-Tauri benannten Sterne sind pulsierende Veränderliche, deren Lichtkurven einen regelmässigen Wechsel von flachen und tiefen Minima aufweisen. Die Periode liegt im Bereich weniger Monate. Es handelt sich um Überriesen der Spektraltypen G5 bis K5.
Radialgeschwindigkeit
Die Radialgeschwindigkeit beschreibt die Änderung der Distanz eines Objekts mit der Zeit. Sie kann mit sehr hoher Genauigkeit mit Hilfe des Dopplereffekts aus dem Spektrum eines Sterns bestimmt werden.
Raketengleichung
Die Raketengleichung beschreibt den Flug einer Rakete mit bekannter Masse vor dem Zünden und nach dem Ausbrennen. Dabei werden die Gase in konstanter Menge mit konstanter Geschwindigkeit ausgestossen. In diesem Falle berechnet sich die erreichbare Endgeschwindigkeit wie folgt:
Endgeschwindigkeit = (Austrittsgeschwindigkeit der Gase)*log(Anfangsmasse/Brennschlussmasse).
Die vollständige Raketengleichung und ein Java-Applet zum Spielen mit der Formel kann man
hier finden.
Reflexionsnebel
Besonders interstellarer Staub kann das Licht naher, heller Sterne streuen. Beispielsweise gibt es in den Pleyaden noch Reststaub, der im Licht der hellen, jungen Sterne scheint.
Refraktion
Fachbegriff für Beugung.
In der Astronomie wird dabei die Krümmung des Lichtstrahls beim Durchgang durch die gegen den Boden immer dichter werdende Atmosphäre verstanden. Deshalb ist die beobachtete Horizonthöhe eines Gestirns größer als die geometrische Höhe. Die Stärke der Refraktion hängt von der Horizonthöhe (Elevation) und dem Zustand der Atmosphäre ab.
Reionisierungsphase
Ein paar 100'000 Jahre nach dem
Urknall war das Weltall kalt genug, dass neutraler, atomarer Wasserstoff existieren konnte. Deshalb wurde das Weltall für Licht im sichtbaren Teil des Spektrums durchsichtig. Als die ersten
Quasare entstanden, ionisierte deren UV-Strahlung das Wasserstoffgas in ihrer Umgebung erneut. Dies wird mit Reionisierung bezeichnet.
Rektaszension
Die Rektaszension ist eine der Koordinaten um den Ort von Gestirnen am Sternenhimmel zu bezeichnen. Sie ist der Winkel zwischen Frühlingspunkt und dem Punkt, wo der Meridian durch einen Himmelskörper den Himmelsäquator schneidet. Sie wird ostwärts entlang dem Himmelsäquator in Stunden, Minuten und Sekunden gemessen, wobei 24 Stunden 360° entsprechen. In der Geographie entspricht ihr die geographische Länge.
Relativitätstheorie
Einsteins revolutionäre Erkenntnis über die Natur von der Einheit von Raum und Zeit, Masse und Energie.
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Retrograde Bewegung
Für eine Umlaufbewegung im Sonnensystem spricht man von einer retrograden Bewegung, wenn sich der Körper im Uhrzeigersinn um die Sonne oder einen Planeten bewegt. Bei der scheinbaren geozentrisch gesehenen Bewegung der Planeten spricht man von retrograder Bewegung, wenn sie sich relativ zu den Sternen von Osten nach Westen (Nordhalbkugel) bewegt.
Roche-Fläche
Wir betrachten ein enges Doppelsternsystem. Die Oberflächen der
beiden Sonnen werden sich so verformen, dass die Summe der Gravitationskräfte und Zentrifugalkräfte überall senkrecht zur Oberfläche steht. Die Sterne verformen sich länglich gegeneinander hin. Dehnt sich einer bis zum Librationspunkt L1 aus, so füllt er die sogenannte kritische Roche-Fläche aus und man spricht von einem halb getrennten System. Falls beide die kritische Roche-Fläche ausfüllen liegt ein Kontaktsystem vor. Dehnt sich die eine Sonne darüber hinaus aus, so kann Materie zum Partner fliessen. Wenn keine extrem starken Magnetfelder im Spiel sind, die das Material direkt zu einem Magnetpol lenken, bildet sich eine Akkretionsscheibe. Das System ist zum kataklysmischen veränderlichen mit starker oft unregelmässig oder quasiperiodisch flackernder Röntgenstrahlung geworden.
Rochesche Grenze
Der kritische Abstand vom Mittelpunkt eines Planeten, innerhalb dessen nur durch ihre Schwerkraft zusammengehaltene Körper nicht existieren können, da sie unter der Wirkung der Gezeitenkräfte zerbrechen, heisst Rochesche Grenze.
Röntgenstrahlen
Die Röntgenstrahlen wurden 1895 von Wilhelm Conrad Röntgen
entdeckt und später auch nach ihm benannt. Im englischen Sprachgebrauch blieb die Bezeichnung X-Ray bis heute erhalten. Es handelt sich um elektromagnetische Strahlung, deren Wellenlänge sich vom kurzwelligen (harten) Ultraviolett (etwa 300 Å) bis in den Bereich der Gammastrahlen bei 0.03 Å erstreckt. Leider gibt es eine Überlappung mit dem UV und den Gammastrahlen. Je nach dem wer welches Experiment durchführt, spricht er von diesem oder jenem. Ein ähnliches Durcheinander gibt es beim Übergang vom Infraroten zu den Mikrowellen.
Rotationsverbreiterung
Es handelt sich dabei um eine Verbreiterung der
Spektrallinien
durch die Eigenrotation des Sterns. Da bei Einzelsternen wegen der begrenzten Auflösung der Teleskope immer die gesamte Oberfläche auf einmal beobachtet wird, tragen Teile positiver und negativer Dopplerverschiebung gleich viel zum Spektrum bei. Mit der Hilfe dieses Effekts kann ausgesagt werden, dass in der Regel blaue (=heisse) Sterne schneller rotieren als rote (=kühlere) Sterne (gilt für die Hauptreihe im HRD).
Rötung
Genau wie die Sonne beim Sonnenuntergang wird auch das Sternenlicht durch interstellares Gas und Staub gerötet. Die Linien im Spektrum der Sterne werden aber dadurch nicht verschoben. Dieser Effekt hat nichts mit dem Dopplereffekt oder mit der kosmischen Rotverschiebung zu tun.
Rotverschiebung
Die kosmische Rotverschiebung ist ein Effekt der Expansion (dauerndes grösser werden) des Weltalls. Das Spektrum ferner Galaxien ist wie beim Dopplereffekt einer sich von uns entfernenden Quelle zu langen (roten) Wellenlängen hin verschoben. Es wird der Galaxie oft eine dem Dopplereffekt entsprechende Fluchtgeschwindigkeit zugeordnet. Doch strenggenommen ist die kosmische Rotverschiebung kein Dopplereffekt, da die Wellenlängen durch die kontinuierliche Raumausdehnung gespreizt wurden.
Rückläufigkeit
Ein Planet ist rückläufig, wenn er sich scheinbar auf der geozentrischen Himmelskugel relativ zu den Sternen von Osten nach Westen (Nordhalbkugel) bewegt.