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Von Stefan, 22. Juni 2005 (sir.raven@gmx.de)
Zuerst habe ich viel im Internet gesucht, nach Vorlagen, nach Bauanleitungen etc., habe aber nicht sonderlich viel bzw. nichts richtig Brauchbares gefunden, mit einer Ausnahme: Es gibt eine Firma, die malt einen echten Sternenhimmel an die Zimmerdecke, jedoch muss man mit ca. 100 Euro pro Quadratmeter rechnen (einfach mal nach „Sternenhimmel“ und „Zimmerdecke“ googeln). Da ich ca. 10 Quadratmeter haben wollte, war mir das entschieden zu teuer. Also musste ich mir über die wichtigsten Fragen erstmal selbst den Kopf zerbrechen:
Die Auswahl ist nicht nur eine Frage des Preises, sondern auch der Machbarkeit. Am liebsten hätte ich eine aktiv leuchtende Lösung verwendet wie z.B. LED Projektoren mit Lichtleitern. Diese Lichtleiter werden von den Projektoren gespeist und durch Löcher im Holz gesteckt und geben dort ihr Licht ab. Unser Schlafzimmer hat 4 * 4 Meter Fläche, und ca. 3 * 3 Meter davon wollte ich mit dem Sternenhimmel versehen. Dafür hätte ich 4-5 Projektoren benötigt. Von dem erforderlichen „dicken“ Holzkasten an der Decke ganz zu schweigen. Für mich kam nach Durchforschen der Möglichkeiten nur eine Mal- oder Klebelösung mit Farbe oder Folie in Frage.
Ich wollte einen naturgetreuen Sternenhimmel machen. Einfach irgendwo ein paar Sterne hinzukleben wäre zu einfach und nicht „echt“. Außerdem habe ich (für die Outdoorurlaube) meiner Frau beigebracht wie man sich anhand der Sterne orientieren kann, also sollten mindestens der große und kleine Wagen und der Polarstern erkennbar sein.
Astronomische Seiten mit Bildern gibt es viele im Internet, leider meist im Format 640 * 480 und daher nicht mit genug Details versehen, wenn man eine Vergrößerung auf Zimmerdeckenniveau vornimmt.
Nach viel erfolglosem Suchen im Internet bin ich auf die Seite www.CalSKY.com gestoßen. Hier kann man sich Ausschnitte des Sternenhimmels anzeigen lassen und hineinzoomen, leider ist der Ausschnitt im Internet zu klein. Da dahinter eine Datenbankanwendung liegt, habe ich vermutet, dass man auch größere Bilder generieren kann und habe mich an den Betreiber der Seite gewendet.
Arnold (Kontakt über die CalSKY Webseite) war so freundlich und hat mir ein 12500 * 12500 Pixel großes und sehr detailliertes Image des Sternenhimmels generiert. Aus diesem Bild habe ich mir dann mit einem Bildverarbeitungsprogramm den gewünschten Ausschnitt ausgewählt, invertiert (Sterne schwarz Himmel weiß) und auf 6000 * 6000 Pixel vergrößert (damit die Sternenbilder auch eine entsprechende Größe haben). Ich hätte jetzt noch versuchen können das Bild in etwa auf die Größe der „echten“ Sternenbilder abzustimmen, ich habe es jedoch nach Augenmass gemacht und es hat auch in etwa hingehauen.
Statt der von mir angebotenen Pizza wollte Arnold lieber eine Spende für dringend benötigte Hardware für die CalSKY Webseite, und die hat er von mir dann auch gerne bekommen.
Wieder gesucht im Internet, Farbengeschäfte und Künstlerbedarf abgeklappert. Ich habe nach einer weißen Nachleuchtfarbe gesucht, aber so etwas gibt es wohl nicht. Die nachleuchtende Farbe ist wohl immer auf Phosphorbasis, und das ist immer etwas gelblich / grünlich. Auch hat Farbe den Nachteil, dass sie von der Decke rieseln kann, anders bei Folie, dort sind die Pigmente fest eingearbeitet. Wie malt man die Sterne richtig rund? Schablone erforderlich. Bei Folie muss man die Sterne ausschneiden. Ich habe mich letztendlich für eine selbstklebende nachleuchtende Folie entschieden. Es gibt mehrere Bezugsquellen davon im Internet, und ich habe bei zweien bestellt (es gibt Farb- und Qualitätsunterschiede) und lange gerätselt welche Folie ich verwenden soll, letztendlich habe ich mich für die teurere Folie von www.Aufkleber-Land.de entschieden. Diese PVC Leuchtfolie ist relativ dick und solle lange nachleuchten (das kann ich jetzt auch nur bestätigen).
UV Farbe schied relativ früh aus, zwar leuchtet die schön unter UV Licht, aber alles andere, das weiße Farbe enthält oder Waschmittel (Bettwäsche etc) leuchtet entsprechend mit, und das sieht dann wieder nicht so gut aus.
Pappe, Bretter, Leinwand, Stoff, direkt auf die Decke, …. viele Ideen und Möglichkeiten, ich habe mich für weiß beschichtete Hartfaserplatten aus dem Baumarkt (4mm Stärke) entschieden. Der Sternenhimmel sollte 3,30 * 3,30 Meter groß werden, daher habe ich 9 Platten à 1,10 * 1,10 Meter verwendet, die dann in 3 Reihen à 3 Platten angeordnet werden und ein Quadrat an der Zimmerdecke bilden.
Bei den Platten auf die Oberfläche achten, die ist mal rauer (z.B. feines Kreuzmuster) oder mal glatter, am besten ist natürlich eine glatte Oberfläche, da dort die selbstklebende Folie am meisten Kontakt hat. Ich habe die Platten aus dem „Bauhaus“ genommen und dort zuschneiden lassen. Wichtig: der Zuschnitt muss genau sein, denn die Platten sollen ja ein Viereck bilden und wenn der Schnitt nicht 100%ig ist, dann bilden sich Schlitze zwischen den Platten, doch dazu später mehr.
Wer keine Klebefolie verwenden will, sondern den Sternenhimmel malen möchte, der nimmt besser eine saugfähige Unterlage, dafür sind die kunststoffbeschichteten Hartfaserplatten nicht geeignet.
Natürlich kann man auch schwarze Platten nehmen (oder sie vorher schwarz streichen), das sieht dann aber tagsüber nicht so toll aus und nachts ist die weiße Decke auch recht dunkel.
Pappe, Papier, Leinwand, Stoff etc. schied als Trägermedium alles aus, entweder zu teuer, zu labil, zu schlecht zu verarbeiten, zu schlecht an der Decke zu montieren oder aus anderen Gründen.
Am besten wäre wohl projizieren per Overheadprojektor oder Beamer, da ich so ein Gerät aber nicht besitze musste eine andere Lösung her. Ich habe ein Posterdruckprogramm verwendet und die Sternenhimmelvorlage auf ca. 100 DIN A3 Blätter gedruckt (eben 3,30 * 3,30 Meter).
Es gibt einiges an Free- und Sharewareprogrammen mit solchen Funktionen auf dem Markt (dazu mein Thread bei Digitalkamera.de)
Ich habe mich für das Programm „Poster Drucker“ entschieden (www.cadkas.de), es hat zwar ein paar Euro gekostet, aber ich war bereits ein wenig unter Zeitdruck und es blieb mir nicht die Zeit alle möglichen Programme auszuprobieren. Zusätzlich zu dem großen Ausdruck habe ich mir noch einen kleinen aus ca. 9 Blättern zur Übersicht ausgedruckt, das kann ich im Nachhinein nur empfehlen.
Wie die Sterne vom Papier auf die Platten gekommen sind wird später beschrieben.
Mit Stangen oder Säulen von unten? Platten direkt an die Decke? Oder mit Haken? Oder mit Drahtseilen an denen die Platten aufgehängt werden? Oder mit einem Lattenrost zwischen Platten und Decke? Oder oder oder?
Ich habe mich dazu entschieden einen Lattenrost als Unterbau zu verwenden. Der Lattenrost wird mit wenigen Schrauben an die Decke geschraubt, die Hartfaserplatten dann mit vielen Schrauben an den Lattenrost. So hat man beim Auszug (Mietwohnung) nicht so viele Löcher in der Decke zu verputzen. Die Platten direkt an die Decke zu schrauben (> 300 Schrauben in meinem Fall) ist unsinnig. Am liebsten hätte ich die Platten mit Magneten an dem Lattenrost befestigt, da man dann die Platten schieben kann bis sie richtig sitzen, aber das ist aus Kostengründen gescheitert (wäre auch noch die Frage ob Magnete bzw. Magnetbänder das Gewicht einer solchen Platten tragen). Also habe ich mich für Lattenrost und Schrauben entschieden.
Die Deckenlampe musste natürlich ab, und ich wollte auch nicht mitten im Sternenhimmel eine Lampe hängen haben. Als gemütliche Lösung habe ich einen weißen Lichtschlauch um den Lattenrost gelegt, so dass Licht aus dem schmalen Spalt zwischen Decke und Platte rausleuchtet. Das macht ein sehr gemütliches Licht, aber es ist definitiv nicht ausreichend, um im Winter wenn es morgens dunkel ist, die Wäsche im Kleiderschrank zu finden. Hier habe ich noch keine Lösung (im Moment ist es Sommer und hell genug), vermutlich werde ich Licht in den Kleiderschrank legen, das beim Öffnen der Tür angeht.
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