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Der Planet Uranus

Der Planet Uranus. Rendering
von A. Barmettler.
Der Planet Uranus. Rendering von A. Barmettler.

Uranus ist der Erste der sogenannten "neuen Planeten". Das Wort "neu" bezieht sich darauf, dass Uranus in der Antike unbekannt war. Uranus kreist doppelt so weit von der Sonne entfernt wie sein innerer Nachbarplanet Saturn; zu Uranus ist es von der Erde aus 20x weiter als zur Sonne. Deshalb dauert es 80 Jahre - –ein ganzes Menschenleben - bis Uranus einmal die Sonne umrundet hat. Dem blossen Auge erscheint Uranus als unscheinbares Sternchen unter vielen.

Erst 1781 fiel Wilhelm Herschel Uranus als Planet auf. Im Fernrohr erscheint Uranus als kleines grünliches Scheibchen ohne Details. Seine hellsten Monde sind nur in besseren Amateurteleskopen als schwache Sternchen beobachtbar, und einige der heute bekannten 27 Monde konnten nur mit grossem technischem Aufwand gefunden werden.

Vor dem Vorbeiflug der Raumsonde Voyager II war nur wenig über diese ferne Welt bekannt. Man wusste, dass der Planet etwa 50'000 Kilometer im Durchmesser misst und eine Achsenneigung von ca. 90 Grad aufweist. Ungewöhnlich ist die stark gekippte Rotationsachse des Planeten. Die Sonne kann auf Uranus auch an den Polen fast im Zenit stehen. 1977 wurden schwache Ringe entdeckt.

Der Uranusmond Miranda.
Das Bild des grossen Uranusmondes Miranda hat Voyager 2 1986 gemacht. Es zeigt die kontrastreiche Terminatorzone, mit einer geologisch interessanten Gebirgsformation. © JPL/NASA.

1986 erreichte die amerikanische Raumsonde Voyager II Uranus. Der Planet selbst ist von einer Dunstschicht völlig verhüllt. Wolkenbänder sind deshalb auch auf den Nahaufnahmen der Raumsonde nur bei erheblicher Kontrastverstärkung erkennbar.

Die Monde sind Welten aus Eis. Die grössten Monde sind gerade mal etwas mehr als 1000 km gross. Miranda, der innerste schon vor dem Voyager-Vorbeiflug bekannte Mond, scheint irgendwann einmal zerbrochen und neu zusammengesetzt worden zu sein. Eine bizarre, nur 400 km grosse Welt im Dämmerlicht des äusseren Sonnensystems.

Die Atmosphäre von Uranus besteht aus Wasserstoff, Helium und Methan. Die Temperatur an der Obergrenze der Wolken beträgt frostige minus 215 Grad Celsius. 80% der Masse von Uranus macht ein ausgedehnter flüssiger (oder z.T. fester?) Mantel aus. Dieser besteht aus "eisartigen" Stoffen, wie Wasser, Methan und Ammoniak. Im Innersten bilden felsartige Stoffe (Silikate) gemischt mit Eis den Kern. Dieser hat etwa die Masse der Erde.

 

  
  Uranus in Zahlen
  Distanz zur Sonne1   2'870'972'000 km
  Exzentrizität    0.04897
  Umlaufzeit    84.016846 J
  Min. Dist. z. Erde   2'586'900'000 km
  Max. Winkeldurchm.    4.1"
  Äquatorradius    25'559 km
  Abplattung2    0.022927
  Masse    86.624·1024 kg
  Dichte    1270 kg/m3
  Rotationszeit3    0.71833 Tage
  Schwerkraft4    0.86 g
  Mittl. Temperatur5    -200°C
  Neigung der Achse    97.86°
  Atmosphäre    H2, He, CH4
  Anzahl Monde    27
 
Quelle: The Astronomical Almanac u.a.
 
1 Grosse Halbachse
2 (Äquator minus Pol)/Äquator
3 Auf die Sterne bezogen (siderisch)
4 Am Äquator, 1g = 9.81 m/s2
5 Atmosphärentemperatur bei 1 bar Druck
J = Jahre
 

Uranus selbst beobachten

Uranus ist theoretisch von blossem Auge zu sehen; als schwaches Sternchen. Man braucht aber Sternkarten, um sicher zu sein, dass man den grünlichen Planeten nicht mit einem Stern verwechselt hat. Das Amateurteleskop schafft Gewissheit: Uranus erscheint dann als kleines, grünliches Scheibchen ohne erkennbare Details. Die Monde sind allerdings nur dem fortgeschrittenen Amateurastronomen mit eher grossen Instrumenten zugänglich. Nur die Profiastronomen können die 1977 entdeckten Ringe beobachten.

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20.12.2006 23:47 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

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